Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297286
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
heil. Hieronymus bei den Karmeliten daselbst sehen. Diese 
Bilder gehören wol zu seinen letzten, wo er herrlich am Hofe 
lebte und mit Musse arbeiten konnte. Mit Ranuccicfs Leben 
endete sein Glück, und mit diesem Herrn scheint auch sein 
Malertalent untergegangen zu seyn; nicht lange nachher starb 
auch er. Von einigen seiner Schüler war bei den Schulen 
der Lombardei die Rede. Hier ist Pietro Desani der Bo- 
logner nachzutragen, der ihm nach Reggio folgte und sich dort 
niederliess; ein Jüngling behenden Geistes und handfertig, 
von welchem man in und um Reggio auf jeden Schritt Ar- 
beiten trifft. 
Lorenzo Garbieri war ein gelehrterer und geachte- 
tcrcr Maler, als Lionello, traf aber im Style sehr mit ihm 
zusammen. Seine herbe und zur Wildheit geneigte Gemüths- 
art, seine an schwarzen und trübseligen Bildern fruchtbare 
Einbildungskraft leiteten ihn zu einer minder offenen Malerei, 
als der der Meister. l-liezu kam die Eifersucht auf Guido, 
den er, wie Lionello, durch kraftvolle Malerei niederschla- 
gen wollte; und wenn er nicht Caravaggio selbst auf- 
suehte, suchte und copirte er wenigstens das Beste, was Bo- 
logna von ihm hatte. Garbieri war einer der glücklichsten 
Nachahmer Lodovicfs; minder ausgesucht in Köpfen, aber 
grossartig in Formen, ausdrucksvoll in Gebärden, besonnen in 
grossen Darstellungen; so dass seine Gemälde zu S. Antonio 
in Mailand, wo die Schatten nicht so übertrieben sind, von 
Santagostini in dem Wegweiser den Caracci zugeschrie- 
ben werden. Mit dieser caraccischen Manier verband er nun 
noch das Wilde des Caravaggio und bemühte sich klüglich 
stets um traurige Stoffe, die seinem Geiste zusagten; daher 
man denn wenig andres von ihm sieht, als Trauer, Morde, 
Blut, Leichen. Bei den Barnabiten in Bologna malte er in 
der Capelle des heil. Carlo das Hochaltarbild und die beiden 
Seitenbilder, die schreckliche mailündische Pest, inmitten wel- 
cher der Heilige Kranke besucht und Bussumgänge hält. Bei 
den Philippinern in Fano stellte er neben Guido's Petrus den 
Paulus dar, welcher den todten Jüngling weckt; ein so kräf- 
tig hingeworferxes, ausdrucksvolles Werk, dass es Schrecken 
und Mitleid erweckt. In S. Maurizio zu Mantua stellte er in 
einer Capelle das Martyrthum der heil. Eelieitas und ihrer
        

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