Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297278
ihre Zögl. mXachf. bis auf Cignani. 
Die Caracci, 
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Varavaggi 0 gewesen, eines neuen Styls mächtig in seine Vater- 
stadt zurück. Dieser Styl wirft sich nicht an jede Form weg, wie 
der caravaggische; ist aber nicht so edel, als der carae- 
cische, bedächtig im Nackten, aber nicht ausgesucht; wahr 
im Colorit und rund im Helldunkel, oft aber verrüth er in den 
Schatten ein Röthlichcs, welches sie entstellt. Etwas, das 
LiOnell0,S Styl unterscheidet, ist eine wunderliche Laune 
und Kühnheit, die in seiner durch Drolligkeit gleich ange- 
nehmen, wie durch Grobheit widrigen Natur begründet ist. 
Oft wetteiferte er mit Tiarini, stets in dem, was Geist und 
Kraft der Farbe ist, ihm überlegen, im Uebrigen ihm nach- 
stehend. S0 in S. Domenico, wo er den verbotene Bücher 
verbrennenden Heiligen darstellt; und dies ist sein bestes Bild 
auf Leinwand, das er in Bologna aufgestellt hat. So in S. 
Miehel in Bosco das -Wunder des heil. Benedict, welches die 
Jünglinge Lion'ello's Steinmetz nennen; ein so wunderliches 
Gemälde, dass Andrea Sacchi davon hingerissen war und 
eine Zeichnung davon nehmen wollte! So ferner in der Ma- 
donna zu Reggio, wo er mit gewohntem Wetteifer beide in 
Oel und auf Kalk malend gleichsam sich selbst zu übertreffen. 
schien. ln Sondersammlungen ist er nicht selten; es giebc 
heilige Familien und Geschichten in Halbiiguren nach der 
Weise Caravaggiois und Guercinok, und ausdrucksvolle, 
über nicht gewählte Köpfe. Mehr als einen andern Stoff scheint 
er die Enthauptung Johannis des 'l'üufers wiederholt zu haben, 
die man in Bologna in mehrern Sammlungen findet, die beste 
vielleicht in der malvezzischen  
Er war Maler des Herzogs Ranuccio in Parma, wo 
91' jenes wundersame Theater malte , das damals seines 
Gleichen nicht hatte. Dort und in Modena und auderivürts 
habe ich einige Bilder von ihm gesehen, die in ganz an- 
derm Geschmack waren, als die in Bologna; es ist ein Ge- 
misch von Caracci und Parmigianino. Sehr schön sind 
in der Sammlung des Herzogs von Modena die Versuchung 
SUSannens und der verlorne Sohn. Besonders muss man das 
Mürtyrthum einer Heiligen zu Parma al S. Sepolcro und den 
 Seine 
SRI-t besilztl, 
in Stutt- 
W. 
Jllaler S. nati fata requirens, welche Rapp 
ist von J. G. v. Müller gestochen.
        

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