Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297191
Die (Iaracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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der Sibyllen, Juhannesse und Herodiasse und ähnlicher schreibt 
man besonders ihnen zu. Man erkennt sie jedoch an den nn- 
krüftigerxi 'l'inten; und ich sah einst eine Barsabe von Guer- 
cino im Palast Ercolani neben dem Abbildc eines Gen- 
nari. Die erste schien so eben, die zweite viele Jahre früher 
gemalt. Beide Brüder haben in Cento, Bologna und andern 
Städten Italiens gearbeitet, Bencdetto, der geschicktere, 
auch als Hofmaler in England unter zwei Königen. Beide 
schienen wie Gio. Francesco's Vermögen, so seinen Styl 
geerbt zu haben; ich setze hinzu, auch seine Malerübungen; 
denn, wie Jünger pflegen, wiederholten sie die Köpfe seiner 
Greise, Frauen und Kinder, die er wol nur zu häufig wie- 
derbrachte. Von Benedetto ist ein heil. Leopardus im Dom 
zu Osimo, und ein Zaeharias bei den Philippinern in Forli, 
Welche man für des Oheims Arbeiten halten würde, wenn der 
Neffe ihnen mehr Kraft und Rundung mitgegeben hätte. So hat 
Cesare in einer Maria Magdalena der Pazzi zu S. lllartino 
in Bologna und in andern Gemälden BarbierPs Gesichter 
besser wiedergegeben, als seinen Geist. Zu bemerken ist, dßSS 
Cesare in seiner ersten Manier bis an sein Ende beharrte und 
ileissig in Bologna lehrte, auch von Auswärtigen stark be- 
sucht wurde, unter welchen Simon Gionima ein gilt-er 
Guercinist und in Wien gut aufgenommen ward. Bene- 
detto bildete sich später in England einen glattem, fleissi- 
gern Styl an "und brauchte ihn besonders in den Blldnissen, 
welche er dort für Karl ll. und die königliche Familie malte. 
Als diese vertrieben ward, kehrte er, fast in einen holländi- 
schen oder niederländischen Maler verwandelt, nach Italien zu- 
rück; so wahr waren sein Sammt, sein Byssus, seine Spitzen, 
Edelsteine, Gold und was nur ein Bildnis reich macht, die 
Aehnliehkeit und die geschickte Verbesserung der Unvollkom- 
menheiten des Urbilds abgerechnet. Dieses in Italien neuen 
Geschmacks wegen ward Benedctto beliebt und von Fürsten, 
wie Privatpersonen viel mit Bildnissen beauftragt.  Noch- 
kann man hier einen Bartolommeo Gennaro beifügen, 
Erco leßs Bruder, der dem G uercino mehr als die vorgenann- 
ten drei gleicht; dennoch aber ein sehr beseelter und natürlicher 
Maler ist. lm Roeario zu Cento ist von ihm ein Thomas, der 
Christi Wundmal sucht; und in ihm, wie in den übrigen
        

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