Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297172
Die Caracci, ihre Zögl. u.Nacl1f. bis auf Cignani. 
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Venedig; treßliche Gemälde in seiner zweiten Manier! In der- 
selben ist gewöhnlich Alles, was noch in Rom von ihm ist; auch 
die grössern Arbeiten, wie der heil. Gio. Grisogono an der 
Decke seiner Kirche, oder die Aurora 55) im Landhause Lodo- 
TlSl. Diese aber, wie sich selbst, übertraf er in der Domkup- 
pel zu Piacenza, in welcher Stadt er mit Pordenone ge- 
wetteifert, und ihn an Hehrheit des Styls übertroffen zu ha- 
ben scheint. 
Einige Jahre nachher, als er von Rom nach Cento zurück- 
gekehrt war, und nun Guidoßs Liebliehkeit so beliebt sah, 
nahm er sich vor, ihm naehzueifern, liess also allmiilich ab 
Von der bisher geschilderten Riistigkeit, und malte heiterer 
und offener. Dazu verlieh er den Köpfen etwas mehr An- 
muth und Mannichfaltigkeit, ja einen so vorzüglichen Aus- 
druck, dass es in mehrern Werken aus dieser Zeit zum Er- 
staunen ist. Einige setzen diesen seinen Stylwechsel in die 
Zeit, wo Guido starb, und Guercino sah, dass er nun 
der Erste in Bologna seyn könne, Cento also verlies und. 
sich in jener grossen Stadt ausiedelte. Dem widersprechen je- 
doch mehrere vor Reniis Tode gefertigte Werke in der drit- 
ten Manier; ja, man sagt, Guido habe diesen Wechsel be- 
merkt und zu. eignem Lobe gewendet, indem er gesagt, er 
halte sich möglichst fern von G uercin o's Styl, die- 
Ser dem seinen möglichst nahe. In diesem, mit Bei- 
Schmack des frühem jedoch, ist in Bologna_ die Beschnei- 
dung U. H. in der Jesu- und Marieukirche, wo hinsichtlich 
des Fleisses Bauwerke und Tracht mit den Figuren wetteifern, 
und diese, man weiss nicht ob durch Form, oder durch Aus- 
druek mehr gefallen. Hiezu kann man die Verlobung U. L. F. 
Zli S. Paterniano in Fano nehmen; die heil. Palazia in An- 
Wna; die Verkündigung in F orli; den verlernen Sohn im kö- 
nlglichen Palast zu Turin, ganze Figuren, in vielen Sammlun- 
gen halbe 57). Wie sehr aber auch diese dritte Manier ge- 
56) S. Goethe's Propyläen. R. Morghen hat diese Autors ga- 
ltochen. Q, 
v 57) Dßs vorzüglichste Bild in Guercinow dritter Manier ist die 
Crslossung der Hagar in der ulailänder Gallerie. Gestochen von 
R- S tr a n g e, Q, 
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