Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297156
Die Caracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf (Cignani. 
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hinreichte, ihn seinen Schülern zu gesellen. Uebrigens be- 
suchte er die caraceische Schule nie, sondern kehrte, nach- 
dem er sich einige Zeit mit seinem Landsmann Cremonini 
in Bologna aufgehalten, nach Cenio zurück, und hier war er 
Benedetto Gennari des ältesten Schüler, dann Anltsgenoss 
und nachher ihm verschwägert. Einige geben ihm auch einen. 
Gio. Batista Gennari zum Lehrer, der 1606 in S. Biagio 
zu Bologna eine Madonna unter mehrern Heiligen in fast pro- 
caccinischem Styl nfalte. Allerdings haben auch das Para- 
dies in der heil. Geistkirche zu Cento, und ein Bild bei den 
Kapuzinern, wie mehrere frühere Werke Guercinofs,  einen 
Beischmack alten Styls. Nachher strebte er mit Benedetto 
zugleich nach grosser Wirkung in der Malerei; und hier 
kann ich nicht mit den gewöhnlichen Kunstfreunden und Schrift- 
stellern zwei Manieren annehmen, da er oilenbar drei kund 
giebt, wie Righetti in der Beschreibung der Gemälde zu 
Cento bemerkt. 
Die erste ist die minder bekannte: starke Schatten, schar- 
fes Licht, Gesichter und Endgliedeivminder fleissig, Fleisch, 
das "ins Gelbliche spielt, alles Ucbrige nicht von lieblichen: 
Colorit; eine Manier, die entfernte Aehnlichkeit mit der ca- 
ravaggischeu hat. In dieser hat nicht nur Cento, son- 
dern auch Bologna manche Proben in S. Gugliehno bei den 
Siechpriestern. Von dieser ging er zur zweiten bcliebteren 
und bessern über. Darin bildete er sich jahrelang nach meh- 
rern Schulen aus; denn er besuchte Bologna oft, war einige 
Zeit in Venedig, hielt sich mehrere Jahre in Rum mit den be- 
Slen Caraccisten auf, und befreundete sich auch mit Ca- 
Tilvaggio- Sein Grundgeschmack ist immer caravuggisch: 
gmsser Gegensatz von "Licht und Schatten, beide kecklich 
derb, jedoch durch Verschmolzenheit sehr gesänftigt, durch 
Abrundung sehr kunstreich, was man in der Malerei so be- 
wundert 52). Daher haben ihn einige Ueberälpler den Zauberer 
der italischen Malerei genannt, und durch ihn sind jene 
berühmten Täuschungen (oder lilalermährchen) des Alter- 
L 
52) "Die Malerei scheint mir desto besser zu gedeihen, je mehr lie 
Sich abhebt und abrnndet", sagt Buonarolti in einem Briefe an 
Vurchi Lett. püt. T. I. p.  L4 
m. Bd. H 
        

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