Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297110
u. N achf. bis auf Cignani. 
Die Caracci, ihre Zög-l. 
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Arbeiten beliebt waren. Auch mit dem Herzog Verzürntg er 
sich, und als er ihn in einem Bildnisse nicht getroffen hatte, 
krünkte cr sich so darüber, dass er erkrankte, nach Verona. 
sieh begab und dort, bald 3G Jahr alt, 1648 starb, nicht; 
ohne Verdacht einer Vergiftung, was nicht selten das Ende 
der Schmähsüehtigen ist. 
Baldinucei und die gewöhnlichen Kunstliebhaber prei- 
sen ihn als einen zweiten Guido; und in der That kommt 
er ihm näher als einem andern, jedoch mit einer Obmacht, 
die wenig Naehahmcrn eigen ist. Er hat nicht so edle, aber, 
nach dem Bedünken Vieler, anmuthigere Gedanken. Er ist 
minder gelehrt, aber sorgfältiger; und in den üussersten En- 
den der Glieder, welche er unermüdet nach Lodovico übte, 
kann er für einzig gelten. Er war im Modelliren für sich 
sehr fleissig, und besonders lobt man einen seiner Köpfe, nach 
welchem er seine Alten darstellte, die sehr schön sind. Nach 
illodellen malte er auch seine Falten; indess gelangen sie ihm 
nie so prachtvoll und breit, wie dem Guido und Tiarini, 
welches er auch aufrichtig gestand. Im"Colorit ist er man- 
nichfaltig und wahr. Am meisten Fleiss wendete er auf das 
Fleisch; darin liebte er, wiewol ein Freund von Bleiweiss, ein 
bescheidenes Yhleisslichtes, und mied in Gesichtern die Schminke 
Domeniehinifs, wie er es nannte, und die Schatten der 
Caracci. In den Umrissen und Schatten bannte er Lack 
und Umber, brauchte dagegen Ultramarin und grüne Erde, die 
Guido so sehr lobte. Das Fleisch belebte er durch stellen- 
weise Lichter und mied Entgegensetzung lebhafter Farben; nur 
durch dunkle Gründe suchte er es zu heben und seine Schön- 
heit zu verdoppeln. War irgend etwas Kühnes in seiner Ma- 
lerei, so deckte er alles mit dem aschfarbigen Tone, den 
Guido bei seinem Thomas brauchte und Cantarini so häu- 
fig anbrachte, dass Albani" ihn spottweise den Aschenmaler 
zubenamte. Trotz diesem Urtheil schien er llllalvasia der 
anmuthigste Colorist und der riehtigste Zeichner seines Jahr- 
hunderts. Die schönsten Bildtafeln, die ich von ihm gesehen, 
und woran ich stets die Köpfe der Heiligen als wunderschön 
und ausdrucksvoll bewundert habe, sind. der heil. Antonius bei 
den Ifranciseanern in Cagli, der heil. Jakob in seiner Kirche 
Zu Rimini, die lllagdalcne bei den Philippinern in Pesaro und
        

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