Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297092
ZU 
III. 
ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
Die Caracci, 
107 
smlia gelieferten werden noch geschätzt. Er berechtigte zu 
den schönsten Hoffnungen, starb aber jung, nicht ohne Verdacht 
einer Vergiftung. 
Viele Auswärtige, welche bei Guido vorzüglich in B0- 
logna lernten, sind-an mehrere Schulen vertheilt werden, je 
nach den Orten, die sie bewohnten, wie Boulanger, Cervi, 
Danedi, Ferrari, Ricchi und nicht wenig andere. Zwei, 
die in Bologna, Romagna und anderwärts in sehr grosscr 
Achtung standen, habe ich mir hieher aufgespart: Cagnacci 
und Cantarini. Guido Cagnacci, den Orlandiaus Ca- 
stel Durante stammen lässt, wiewol die Arcangeler mit meh- 
rerm Rechte ihn ihren Landsmann nennen, ist ein Maler, den 
man selten bei uns sieht, weil er sein Glück in Deutschland 
suchte; und cr verdiente, es an Leopolds I. Hofe zu machen. 
Was von ihm in Italien übrig ist, wie der heil. Matthäus 
und die heil. Therese in zwei Kirchen zu Rimini, oder die 
Enthauptung des Täufers im Palast Ercolani zu Bologna, erwei- 
sct ihn als einen fleissigen, schulrichtigen, zarten Maler in des 
Meisters letztem Style. Dem M alvasia schien er in der Farbe 
des Fleisches ihn zu entstellen und zu übertreiben; Andern 
schien er die Endglieder unverhältnismässig klein zu den Kör- 
pern zu zeichnen; Manche haben diese und jene launenhafte 
Freiheit an ihm getadelt, wie dass er zuweilen Engel älter, 
als man sie darzustellen pflegt, malte. Alle aber müssen doch 
in jedem Bilde guidische schöne Einzelheiten mit einer gen 
wissen Ureigenthümlichkeit in dem Adel der Köpfe und in der 
hVirkung des Helldunkels anerkennen. Am häuligsten sieht 
man Cabinetbilder von ihm, wie in der herzoglich modenaer 
Sammlung und in Privathüusern. So die Lucrezia des Hauses 
Isolani, und der grossartige David, welchen man für eins der 
schönsten Stücke in der fürstlich colonnaischen Sammlung hält; 
zwei sehr hüuiig von der bologner und römischemSchule wie- 
derholte Bilder, wovon ich mehrere Abbilder, als von dem be- 
rühmten David des Guido Reni, gesehen habe, 
Simone Cantarini von Pesaro übte sich, nachdem 
er unter Pandolfi genau gezeichnet, in Claudio Ri- 
dolfißs Schule und durch fortgesetzte Uebungen nach Ca- 
racciis Kupfern sich gebildet, hinsichtlich des Colorits an 
den besten Mustern der Venedigcr, anfangs besonders denen
        

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