Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297044
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
brauchte, ,die ein Wunder von Liebliehkeit ist, für den man- 
tuaner und savojer Hof malen liess und daheim wie in Rom un- 
terstützte, obwol nur der Erste ihm mit Dankbarkeit, der 
Zweite mit Verfolgungen lohnte. Beide folgten seinem Style 
und haben in auserlesenen Sammlungen ihre Stelle. 
Semenza, Guidws Nacheiferer bald in der ersten, bald 
in der zweiten Manier, war schulriehtiger, gebildeter, stärker, 
und seine Gemälde in Araceli und anderswo zeichnen ihn gar 
sehr vor dem Schwarm römischer Wandmaler aus. Dort sind 
auch mehrere Altarbilder von ihm; kein schöneres aber wol, 
als der heil. Sebastian zu S. Michele in Bologna. Gessi 
übertraf ihn an Geist, Erfindung undeiner Behendigkeit, um 
welche Guido selbst ihn beneidete. Anfangs diente ihm diese, 
seine Arbeiten in mehrern Manieren vorzutragen, bis er die 
beste fand; wie in dem herrlichen S. Franeesco in der Nun- 
ziata, der den guidischen beinah gleichkommt, und in nicht 
wenigen andern aus seiner ersten und besten Zeit, wodurch er 
sich auch den Namen eines zweiten Guido erwarb. Er mis- 
brauchte aber diese Fertigkeit später, wie es Leuten zu gehen 
pflegt, welchen das viel und schnell arbeiten wenig Ehre 
macht; und Bologna hat eine Menge Bilder von ihm, woran, 
ausser einem schönen Charakter und grosser Zartheit, nichts 
zu loben ist, kalte, fiaeh eolorirte Bilder mit Zügen, die oft 
in das unverhältnismüssig Grosse umschlagen, nicht selten 
ins Unrichtige. Man erkennt, dass er Reni's zweite Manier 
immer nachäffte. Darum aber ist er auch fast immer matter, 
als der Meister, trockner, magerer im Auftrag; und danach 
werden oft Zwiste unter Bildertrödlern und Käufern entschie- 
den, ob ein' solches Bild ein schwacher Guido, oder ein 
Gessi sei. 
G e s s i hatte in Bologna eine starke Schule , als G u i d o 
nicht mehr lehrte; und bildete einigermassen berühmte Schüler, 
wie Giaconxo Castellini, Francesco Coreggio, Giu- 
lio T r o gl i 46), der sich unter Mit e l li auf Perspective 
legte und ein Werk Paradossi della prospettiva herausgab; 
wovon er nachher den Zunamen des P a r a d 0x e n bekam. 
4-6) In Cicognarars Catalogo N0. 856. 
Paradossz" nicht Trogli, sondern Troili. 
heisst der 
Verfasser 
Q. 
der
        

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