Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297032
Die Caracci, 
ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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venna, die Empfängnis in Forli, der unschuldigen Kinder 
Mord in Bologna, und daselbst im Hause Sampieri das berühmte 
Bild Petrus und Paulus. In seiner feinern Manier sind wol 
der heil. Michael in Rom, die Reinigung in Modena, Hiob in 
Bologna, der Apostel 'l'h0mns in Pesaro, Mariens Himmelfahrt 
in Genua, eins der ileissigsten Bilder Guidws, das dem ru_- 
lrensischen lgnazius gegenüber steht.  
Guido lehrte in Rom und gab ihm die bereits genann- 
ten Zöglinge; noch mehr aber seiner Vaterstadt, wo er eine 
von mehr als 200 Schülern besuchte Schule hatte, wie Crespi 
berichtet. Nach dieser Zahl jedoch wollen wir seinen Meister- 
werth nicht schützen. Er war ein wahres Schulenhaupt, der 
in jede Malerschule eine sanftere und süssere Manier einge- 
führt hat, welche zu Malvasifs Zeiten die moderne hiess. 
Selbst seine Nebenbuhler benützten sie in der Ueberzeugung, 
dass D omenichino, Albano, Lanfranco und ihre besten 
Schüler von Guido jene Zartheit hatten, worin sie zuweilen 
die Caracci übertreffen. Jünglinge liess er anfangs seine Ar- 
beiten nicht abmalen, sondern übte sie an den WVcrken L0- 
dovicois und der besten frühem Meister. Auch Crespi muth- 
masst, er habe den Jünglingen die Grundlagen der Kunst, der 
Nachahmung und alles Wesentlichcre gelehrt, ohne sie bei 
Kleinigkeiten: aufzuhalten, welche leicht durch Uehung erlern- 
bar sind. Besonders rühmte sich Guido des Giacomo Se- 
menza und Francesco Gessi, die er jedem damaligen ho- 
logner Meister gleichsetzte, in Ravenna bei der Domcapclle 
baut und den 28. Nuvbr. 1612 der Grundstein dazu gelegt. Man 
hält die Malereien in dieser Capelie für (iuidcfsjileisterwerke und 
es ist zu tadeln, dass Pnsseri Vfle de" pitlori, snulluri e archi- 
leiti ehe kann!) lavnrrztu in RIHIIIl, murli da! 1641 jirm a] 1673, 
diese Arbeiten übergelil, indem er das Leben Guido's beschreibt. 
Das Hauptaltargemiilde in dieser Capeläe zu Ravenna ist die Einsamm- 
lung des Manna, welches Lnnzi unter Guidws beste Werke in 
seiner starken hlanier zählt. Es ist von B enedetto (Ererli) gesto- 
chell- In der Kuppel der Capellc (Lkzlinn?) malte Guido den 
lriumpbirexidenn Heiland, von Engelcbören umgeben und in den Bun- 
dungeu über dem Altare sind lßlelcbisedek und Abrahnm, die ein- 
ander entgegenkommen, dargestellt. Die Malereien in den Bogen, 
welche die Kuppel tragen, hält man für Arbeiten des F rancesco 
G essi und Giaeomo Sementi. S. Il foreslicre instruitn dellc 
008a rwmbih" (lella citlä di Rucmznlz. Q.
        

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