Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296976
Die Caracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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hat doch dieses Werk unnöthigerweise Personen vervielfacht! 
Filippo Menzani ist bloss alssehr liebevoller Schüler und 
treuer Abbildner des.Meisters bekannt, Gio. Batista Galli 
und Bartolommeo Morelli, die von ihren Geburtsorten, 
jener il Bibiena, dieser il Pienoro genannt wurden, sol- 
len sich auch mit Abbildern des Meistersbeschäftigt haben, 
der zweite ZWäif ungern, weil F rancesco gar zu vollendet, 
vfleissig und mühsam nachgebildet seyn ,w0lle. Beide werden 
imless von dem Fortsetzer des Malvasiiz sehr gelobt. Bi- 
eb-ieria lieferte, wiewol er nicht all: wurde, Arbeiten, die von 
Albani zu seynhscbeiiien; besonders die Himmelfahrt U. H. 
in der Knrthause und den heil. Andreas bei den Serviten in 
Bologna. Pianoro war vorzüglich .in Wandgemiilden glück- 
lich; vor allen preiset man die Capdllm des Hauses Pepoli zu 
S. Bartolonlmeo di Porta, die, er vouiieben bis unten so ge- 
schmackvoll gemalt hat, dass, wenn man den Stoff abrechnet, 
1mm sie naclnßeicliimung und. Colsaitl für albanisch halten 
lkünntc 37).      U"   w" 
Guido Reni wird: vonA-Vielenvfi-iw den grössten Genius 
der Schule "gehalten, und kein dmlerer- erregte in den Car- 
racci soviel Eifersucht, als er. Leide viico konnte sie gar nicht 
Margen; und nls aus seinem Schüler sein lliitwerber ward, 
machte er", um ihn liieäerzuschlagen, Guercino zu seinem 
Liebling, der einen ganz andern Weg ging. SelbstlAnni- 
bale, als er ihn1nach einigen Jahren in Rom traf, machte 
Alb ani Vorwürfe darüber, dass er: ihn hingehracht hätte, und 
um ihn nierlerzuhalten, stellte er" ihm Domenichino ent- 
gegen. Seit: seinem zwanzigsten Jahre, wo er Calvart ver- 
lassen, hatten die CarIacci in ihm gleich seltene Kunstnnla- 
gen," wie Hehrheit "und Ruhmgier entdeckt; denn gleich in 
seinen ersten Bewegungen verricth sich ein Trachten nach et- 
37) ln der Fälsfna Pittrice To.lll. über Carlo Galli p. 96. 
und Morelli, genannt Pianoro 103. Wer Lut hat, über diese 
Künstler, sowie über mehrere der so eben angeführten: Maler aus 
der Alongexiperrüqaienzeit Ausführliches zu erfahren, kann deren 
weihrauchreicheLebensbescbreibungen in oben angeführter Fortsetzung 
der Felsilzzz P-illrice linden. Wir unsers '.l'heils werden diese Zeit 
hier und bei andern Schulen mit Stillschweigen übergehen, da Lanzi 
schon genug von den Künstlerin aus der Zeit des Verfalls der Kunst 
gemgt und Andere gar zu viel darüber gesprochen haben. Q.
        

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