Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296954
Die Caracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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Genien anfiillten. Mit heiligen Gegenständen beschäftigte sich 
Albano weniger; aber seinen Geschmack "änderte er nicht. 
Alles liess er durch anmuthige Engelchen vollziehen; gerade 
wie später Tornielli in seinen Schifferliedern pflegte, der 
auch in jeder Geschichte U. L. F. und des göttlichen Kindes 
einen Schwarm von ihnen anbringt, der ihm höfelt und dient. 
Ein häufig wiederkehrender Gedanke ist Jesus als Kind mit auf- 
wärts gekehrtem Blick Engel schauend, die Dornen, Geiseln, 
Kreuz und andere Sinnbilder seines künftigen Leidens in den 
Händen tragen. In Florenz ist ein Bild, das ich in der Be- 
schreibung der dortigen Gallerie angeführt habe, und man et- 
was verändert auf zwei schönen Gemälden, wiederlindet; das 
eine bei den Dominicanern in Forli, das zweite bei den Phi- 
lippinen in Bologna. Diese undßandere Gemälde AlbanVs, 
die in mehrern Städten, wie Matelica, Osimo, Rimini zerstreut 
sind, und ansserdem seine Wandbilder in Bologna zu S. Mi- 
chele in Bosco, zu, Rom in S.. Jacopo der Spanier mit An- 
nibale's Zeichnungen beweisen, dass er auch für grosse Ge- 
mälde Talent hatte, obwol er sich lieber und glücklicher noch 
mit den kleinsten beschäftigte 35). 
Albani hielt viele Jahre Schule in Rom und Bologna, 
stets lliitiverber Guirlo's wie im Malen, so im Lehren 36). 
Daher jene Ausstellungen an seinem Style, den die Guiidi- 
"sten als weichlich und entnervt, unzierlieh in Münnergestalten, 
wie eintönig sowol in Kinderkörpern, die alle denselben Schwer- 
punct hätten, als in den Köpfen der heiligen Familie unil der 
Heiligen verzichteten, die immer in Einem Sinne gedacht wä- 
ren. Diese und ähnliche, auch dem Pietro Perugino geä- 
machten Vorwürfe vermögen nicht einen so grossen Meister 
soviel herabzusetzen, als Annibalefs Achtung, seine Schrif- 
35) Albani oll auch in Kupfer gestochen haben; doch Bartsch, 
der Vßl- IV. p. 342. seines Peintre graveur nur Ein Blatt nnführt, 
die Diilo, bemerkt, dass sie wol nicht von diesem berühmten Künst- 
ler herrühren könne. Q. 
36) Diese von M a! vasis an mehrern Stellen hezeugte Nehenbuh- 
lerschaft läugnet Orlandi, der ihn einen geschwornen Freund 
Guido Reni's nennt, und behauptet, er habe die Anmuth der 
Kunst mit ihm genossen; was doch nur in ihren frühem Jahren 
glaublich ist.  13.
        

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