Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296945
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
hatte er ein Landhaus in einer höchst anmuthigen Gegend, wo 
ihm die Mannichfaltigkeit der Gegenstände die schönen länd- 
lichen, ihm so vertrauten, Ansichten malen half. Passeri 
lobt ihn auch hierin als vortrefflich, und bemerkt, dass, wo 
Andere, um die Figuren mit den Landschaften, oder die man- 
cherlei Gegegenstände der Landschaften untereinander überein- 
stimmig zu machen, oft die natürliche Farbe der Dinge ent- 
stelleu, er stets des Grün der Bäume, die Klarheit der Ge- 
wässer, die Heitere der Luft im reizendsten Anblick darstellte 
und zum sanftesten-Eiuklange verschmclzte. 
Auf diese Gründe stellt und ordnet er meistens seine Far- 
bendichtungen, wiewol er zuweilen auch Bauten braucht, 
worin er gleich erfahren ist. Seine Eriindungen sieht und 
sieht man häuiig in Sammlungen immer wieder; denn er wie- 
derholte sie selbst, oder liess sie von seinen Schülern nach- 
malen und übermalte sie. Selten sind es Bacchanale; diese 
von Annibale in vielen kleinen Bildern so wunderbar behan- 
delte Aufgabe, woraus Alb ani, wenn ich nicht irre, seinen 
ersten Styl nahm, jedoch nach seiner eigenen Anlage, die nicht 
so männlich, als die des Annibale war, umwaudelte, vcr- 
mied er. Seine häufigsten Gegenstände sind die schlafende Ve- 
nus, Diana im Bade, Danae im Bette, Galatea auf dem Meere, 
Europa auf dem Stier, die auch auf einem grossen Leinwand- 
bilde in den Sammlungen der Colonna und Bolognetti zu Rom, 
und zu Pesaro in der der Grafen Mosea dargestellt ist; und 
schön ist da zu sehen, wie die Ißcbesgötter einen Schleier 
über das Mädchen breiten, um die Sonnenstrahlen von ihr ab- 
zuwehren, oder den Stier mit Blumenketten ziehen, oder mit; 
Pfeilen stechen. Oft lässt er- sie auch Reigen tanzen, Blumen- 
gehänge winden, mit Bogen nach einem als Ziel hoch schwe- 
benden Herzen schiessen. Zuweilen verbirgt er eine Lehre, 
oder eine geistreiche Allegorie unter dem Schleier seiner Bil- 
der; wie in jenen vier Eirunden der Elemente im Palast 
Borghesi, welche er für die turincr Gallcric wiederholte. Auch 
hier sind Liebesgötter, welche dem Vulcau die Spiesse härten, 
in der Luft den {liegenden Vögeln nachstellen, "im Meere 
schwimmen und fischen, auf der Erde Blumen sammeln und 
Kränze winden; als ob er das System der Alten darstellte, die 
jedes Naturwerk Genien zuschrieben und darum die Welt mit
        

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