Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296931
Die Caracci, ihre Zögl. uJXVachf. bis auf Cignani. 
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rechnen, dass dieser ihm so wohlgeraithena nicht so dankbar 
war, als er es gewünscht hätte, vielmehr. "sich als Gesell mit 
Gessi vereinigte und, wie wir sagen werden, auch die Be- 
nennlmg nach ihm. annahxur Von diesem Verdruss Dom eni- 
chino's hat Passeri beiläuiigvinjälgardvfs Leben 8.198. 
gesprochen. 
AuFZampieri folge sein innigster Freund Franecsco 
Albani, der "nach demselben Ziele strebend, dieselben Mittel 
brauehend, dieselbe ruhmvolle Bahn wandelte", wie M alva- 
Sie") sagt. Sie kommen mit einander in einem gewissen 
allgemeinen Geschmack gewählter, gediegener und rührenden- 
Zeichnung überein; viel ähneln sie sich auch in den Tinten, 
nur dass Albani im Fleisch röther ist, und. nicht selten im 
Auftrag sich untreu wird 33). [n Ureigenthümlichkeit der Er- 
findungen ist er Domenichino und vielleicht jedem dieser 
Schule überlegen; und in Darstellung weiblicher Körper über- 
trifft er, nach Mcngs, jeden andern Maler 34). Einige nen- 
nen ihn den Anakreon der Malerei. Wie jener Dichter "durch 
kleine Lieder, so gewann Albani durch kleine Bilder einen 
grossen Namen; und wie jener immer Venus und die Amoret- 
ten, und lllädchen und Knaben besingt, so malt dieser fast 
immer diese zarten und lieblichen Gegenstände. Zu dieser 
Gattung von Gemälden bildete ihn die Natur, stimmte ihn 
das Lesen der Dichter, förderte ihn das Glück selbst; indem 
ihm eine Gattin und zwölf Kinder von solcher Schönheit zu 
Theil wurden, dass er zu allen Stunden daheim die schön- 
sten Muster zu seinen Hebungen bei der Hand hatte. Auch 
32) Fzlsizza pitlr. Vol. lV. p. 223.  
33) Die Verschiedenheit zwischen Albani und Domeniching 
liegt nicht. allein in den Tinten, sondern in dem Charakter der A1. 
bani sclien und Dom enichinischen Bilder, und ich möchte dem 
Grafen Malvasia gerade entgegengesetzt behaupten, dass diese 
beiden Künstler zwei ganz vun einander abweichende XVege gingen. 
Damen ichino, ganz von Naturgefühl durchdrnngexi, strebte nach 
Wahrheit, Albani oft auf Unkosten der Wahrheit zu gefallen und 
zu reizen. Q 
34) WVenn nämlich eine charakterlose, allgemeine Form, die sehr 
weichlich ist, mehr zu gefallen verdient, als charakteristische man- 
nichfaltige Formen. Daher erlnüden AlbanPs Bilder, wenn mßn 
viele sieht, weil sich dieselbe Form immer wiederholt, und Dom e- 
nichinow Wlerke gewinnen bei öflerer Betrachtung. Q.
        

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