Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291838
Zeitraum. 
Zweiter 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
S9 
seyn könne. Und unter die besten konnte er gewiss den heil. 
Petrus als Martyr in der Johann-Paulskirehe setzen 22), an 
welchem, nach Algarotti, die grössten Meister auch nicht 
einen Schatten von Mangel finden zu können gestanden; und 
das Baccbanal nebst andern für ein Cabinet des Herzogs von 
Ferrara gemalten, welche Agostin Caracci 23) die schön- 
sten Bilder von der Welt und Wunder der Kunst nennt. Fr'e s-. 
noy urtheilte, in männlichen Figuren sei er nicht so vollendet 
gewesen, und in der Bekleidung oft in's Kleine gerathen 24); 
doch sehe man von ihm Frauen und Kinder, die in Zeichnung 
und Colorit ausgesucht seien; ein Lob, welches hinsichtlich 
der weiblichen Körper Algarotti, und hinsichtlich der Kin- 
der M engs selbst ihm zugesteht. Ja, es ist fast allgemein aner- 
kannt, dass in dieser Gattung von Figuren ihm nie einer gleich- 
gekommen, und P oussin, Fiammingo (P asseri), die darin 
S0 viel leisteten, es aus Tizians Bildern gelernt. Rey- 
nolds 25) sagt, wiewol sein Styl nicht so rein sei, als der 
Styl einiger anderer italischen Schulen, so habe er doch eine 
Art von rathsherrlicher Würde, und in Bildnissen sei er höchst 
charakteristisch; auch könne das Erhabene an ihm studirt Wgfden. 
Zanetti weiet ihm unter allen braven Coloristen die 
erste Stelle in der Zeichnung an, lobt seine Richtigkeit im 
Anatomischen, sein Nachbilden des guten Alterthürnliehen 25), 
glaubt aber, er habe nie sich um eine durchgängige Kenntnis 
der liluskeln bekümmert, noch auch stets nach Idealschönheit 
in den Umrissen geh-achtet, entweder weil er es nicht bei Zeiten 
iiil 
22) Gestochen von Teoüoro Viero und neulich von Felice 
Zuliani. Die Malerei hat durch Restauration sehr gelitten. Q. 
23) S. Bottari Bemerk. zu Vasari im Leben Tizians. L. 
24) Idea della pillura. p. 287 ed. Rom. L. 
25) Delle arti de! disegno, discurs. 4. L. 
26) Aus einem Gypsabguss des Laukoon nahm er den Kopf des 
heil. Niccolö aPFrati; aus andern alten den Jolmnne des Täufers 
und der Magdalena di Spagna; aus einem griechischen Barelief in 
üer Kirche de' Miracoli die Engel auf dem Petrus Martyr. Auch die 
Cäsaren malte er in hlantua, eines seiner gefeiertesteil Werke, das 
ohne alte Bildwerke nicht entstehen konnte, deren in Muntua. eine 
gute Sammlung war und noch ist. XVas er aber aus dem Allerlhum 
nahm, beseelte er mit Natur", was auch nüthig ist, wenn man lllaler 
ieyn will, ohne Bildhauer zu scheinen. Man lese Ridolfi p. 171. L.
        

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