Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291773
Zweiter 
Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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weit an Geist nachstehen, den Bruder allein ausgenommen, mig 
Welchem ich die Schule des P0 mponio selbst beginne. 
Er hiess Girolamo und half ihm, von ihm selbst, wie 
es scheint, unterrichtet, bei einigen Arbeiten, wo er Proben 
eines grossen Geistes gab; noch mehr aber stets, wenn er ei- 
gens erfand, theils in kleinen Gemälden, welche Miniaturen 
schienen, theils in einigen F rescofabeln und einem Altarbilde, 
welche er in S. Vito malte. Ridolfi lobt ihn als sehr geist- 
reich, und ein anderer alter Schriftsteller bei Renaldis 
meint, wenn er länger gelebt hätte, würde er vielleicht nicht 
dem grossenPor denone nachgestanden seyn. Hieraus schliesse 
ich denn, dass Girolamo Zeitlebens die Malerei getrieben, 
und RidolfPs ungefähr ein Jahrhundert nach seinem Tode 
uns überlieferte Sage falsch sei, dass nämlich Pomponio, aus 
Furcht von ihm übertroffen zu werden, ihn zur Kaufmannschaft 
befördert habe, wie T izian einen seiner Brüder ganz gewiss w). 
Pomponio brauchte auch Antonio Bosello bei sei- 
nen Arbeiten in Ceneda, theils für den Patriarchen in der kurz 
zuvor erwähnten Halle, theils für die.,Canonikcr an der Orgel 
der Hauptkirche. Gewiss war dieser wwreit gediehen in der Kunst; 
denn sein Gehaltantheil ward ihm besonders ausgezahlt. Da 
sich ein Antonio Bosello auch in Bergamo vonil509 bis 
1527 findet, so ist es wahrscheinlich derselbe, der, weil er 
Lotto und so vielen andern Zeitgenossen jener berühmten 
Schule gegenüber sich nicht halten konnte, sein Fortkommen 
duswiirts suchte. Man weiss, dass er in Padua malte; von dort 
aus konnte er wol nach Friaul kommen und Pomponio, als 
er in Ceneda war, helfen, nämlich in den Jahren 1534, 35 
und 36. 
Als im Verlauf der Zeit Alnalteo zwei Töchter Verbeu- 
Tüfhet hatte, scheinen ihm die zwei Schwiegersöhne, welche 
lncllle Maler und von ihm in der Kunst gefördert waren, gehol- 
fen zu haben. Quintilia, welche für sehr geistreich gehnl- 
teil ward, Bildnerin und Malerin, besonders tüchtig in Bildnis- 
L 
h F6) _S. N, I4. wo ein schönes Bild des P. angeführt wird, eine 
911. Familie. Die Madonna pflückt Früchte von einem Pulmbauxm 
der sich zu ihr niederbellgl, Der Arm der Madonna nur, womit sie 
"ich den Früchten greifß, ist seht verzeichnet. Q.
        

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