Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291762
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Schule. 
als gemalt scheint. Gio. Bat. Grassi wird dieser Schule 
von Orlandi beigcscllt; ein guter Maler und besserer Archi- 
tekt, von welchem Vasari seine Kunde der Maler in Friaul 
hatte, lch rechne ihn aber zu einer andern Schule, thcils weil 
Vasari über dieen riihmlichen Umstand nichts sagt, theils 
weil seine wenigen gut erhaltenen und der Aufnmlung entgan- 
genen Werke viel Tizianisehes haben; z. B. die Verkündi- 
gung, die Entführung des Elias, das Gesicht Ezcchiels im Dom 
zu Gemona, oder an den Läden der Orgel. 
Zulezt unter diesen nenne ich einen der besten Schiller 
Giannantoniws, weil er dessen Styl in Friaul verbreitete; 
wesshalb ich ihn hier mit seinem ganzen Gefolge vorführen will. 
Pomponio Amalteo da S. Vito, dessen edles Geschlecht in 
Udcrzo vorhanden ist, war Pobrdcnonws Schwiegersohn und 
folgte in der Schule auf ihn in Friaul. Hier und in der Um- 
gegend malte er löblieh. Er hatte seines Schwiegervaters Styl, 
wie Ridolfi meint, welcher sogar die drei Urtheile für Lici- 
nio"S Arbeit hält, die doch ohnc allen Zweifel von Amalteo 
in einer Halle von Ceneda, wo Gericht gehalten wird, gemalt 
und 1536 vollendet wurden, nämlich das Urtheil Salomons, 
Daniels und Trajans. Jedoch sieht man wohl, dass er nach 
Selbständigkeit strebte durch minder starke Schatten, heiterer-es 
Colorit, minder grossartige Figurenverhältnisse und ldeen, als 
sein Schwiegervater. Eine Probe seiner Arbeit kann man bei 
Vasari und Ridolfi finden, nvelche gar viele übergangen 
haben, unter diesen die fünf Bilder aus der römischen Geschichte 
im Notariensaalc zu Belluno. Ich sagte eine Probe; dem; we- 
der jene beiden Geschichtschreiber, noch A! tan, der ein {Vgl-k 
über ihn schrieb, konnten die Arbeiten dieses Mannes vollkom- 
xncn schildern, der bis in sein höchstes Alter thcils allein, theils 
mit mancher fremden Hülfe arbeitete. Daher sind denn auch 
nicht alle seine Werke von gleichem bVerthe mit den genannten 
drei Urtheilen, oder dem heil. Franciscus in seiner Kirche zu 
Udine, welcher für eins der guten Bilder der Stadt gehalten 
wird. Wo er übrigens auch malte, zeigt er sich als Pordc- 
n one's tüchtigen Schüler, der nicht nur, wie die Vcncdigcr 
pllegen, gut colorirt, sondern auch genauer zeichnet, als die 
gewöhnlichen Venedig-er. Dies Verdienst hatten seine Nachfol- 
ger viele Jahre noch, wiewol sie ihm, wenn ich nicht irre,
        

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