Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291736
Zweiter 
Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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vorhanden sind. Die wenigen in Pordenone sind unbestreitbar, 
weil er sie selbst in einem Hefte seiner Denkwürdigkeiten be- 
schrieben hat n). Die Collegienkirche hat zwei; eins von 1515, 
eine heilige Familie mit dem heil. Christoph M), von schönem 
Colorit, aber nicht durchgängig schulgerecht; und ein zweites 
von 1535: der heil. Marcus, der einen "Priester weiht, nebst 
andern Heiligen und einer Aussicht; ein Bild, wie er sagt, das 
unvollendet zu achten. Besser war in S. Pier Martire zu Udine 
eine Verkündigung, die später aufgemalt und verderbt ward. 
Einige ziehen allen das in S. M. dell'Ort0 zu Venedig vor. 
Es ist ein heil. Lerenzo Giustiniani mit mehrern Heiligen um 
ihn her, unter welchen Johannes der Täufer in einer Nackt- 
heit wie aus einer der gelehrteoten Schulen gezeichnet ist, und 
der heil. Augustin einen Arm wie aus dem Gemälde heraus- 
streckt; ein fernscheiniger Scherz, den dieser Künstler mehr- 
mal angebracht hat! Schön ist auch in Piacenzu, wo er sich 
niedergelassen hatte, die Vermählung der heil. Katharina mit 
dunklem Hintergrunde, worauf alle Figuren rund, von lieblicher 
Haltung, Petrus und Paulus aber zu beiden Seiten grossartig 
sind; im Leztern hat er, wie im heil. Rochus zu Pordenonq 
sich selbst nbgemalt. 
Aber am verdienstlichsten war er in seinen Wandgemälden, 
13) Es steht in einem Transunto der Handschriften des [Ierrn 
Ernesto Mottcnsi von Pordenone, welches mir der P. D. M i- 
chele Turri sni, ein in Pergamenten und alten Denkwürdigkeiten 
Friauls ehr erfahrener Barnabit, mittheilte. L. 
14) Vorausgesetzt, dass die Collegienkirche und die dem h. Mar- 
cus gew. eine und dieselbe ist, so kann man nur unbestimmt dies 
schöne Bild eine heilige Familie nennen. Der heilige Joseph, der 
ßllf der einen Seite steht, wiegt das Christuskind mit unendlicher 
Zärtlichkeit auf seinen Armen. In der Mitte steht die Madonna und 
breitet schirmend ihren Mantel über zwei hrliinner und zwei Frauen 
aus, welche ihr zu Füssen knien, und auf der andern Seite stehet 
der heilige Christoph. Ausserdem enthält diese Kirche noch mehrere 
Arbeiten des P ord e n o n e, wie Frescogemälde hinter dem Hauptaltare, 
Welche dieser versteckt; ferner St. Roclms und St. Erasmus. lieber 
der einen Thüre einen Papst, St. Sebastian und einen Ritter in ei- 
nem rmhen Kleide, dessen kühne Gestalt eine tretiliche Wirkung 
macht, 
Diese Kirche enthält auch noch eine schöne heilige Familie von Pam- 
Pvnio Matlei 1565 und ein Gemälde im Styl des Paul Veron ese, 
Madonna, St. Catarina, die dem Jesuskinde eine Lilie reicht, und S. 
"ißrcus in einem Buche lesend; ein vortreffliches Gemälde! Q.
        

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