Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291725
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Oberitalien. 
Venediger Schule. 
um ein guter Naehtrcter Raffael und ein Gehülfe Pupi- 
ni's in Bologna um 1530 zu werden. Er sollte also diese 
beiden gleichnamigen {Maler unterschieden haben, wie wir und 
nach uns Federici. 
Endlich nenne ich in dieser Zahl Gio. Antonio Lici- 
nio, Sacchiense, oder Cuticello m), bis er, von einem 
Bruder an einer Hand verwundet, jedem Familiennamen ent- 
sagte und sich Regillo nannte. Gewöhnlich aber wird er 
von seinem Geburtsort, weiland einem Gute, jetzt einer 
Stadt in Friaul, Pordenone genannt. In dieser Landschaft, 
sagt Vasari, waren zu seiner Zeit gar viel treiiliche Maler, 
die Florenz und Rom nie gesehen hatten  aber dieser war 
der seltenste und berühmteste, weil er die Vorgänger an Er- 
iindung, Zeichnung, Tüchtigkeit, Verständnis der Farben, Wand- 
malerei, Geschwindigkeit, grosser Rundung und allen andern 
Theilen der Malerei übertraf. Es ist nicht so gewiss, als Einige 
geglaubt haben, dass er Cas telfrancoßs Schule besucht; noch 
weniger aber, dass er dessen und Tizians Mitschüler bei 
Gio. Bellini gewesen, wie Rinaldis (8.62) wähnte. Wahr- 
scheinlicher ist mir RidolfPs Ansicht, der Jüngling habe erst 
in Udine nach Pellegrino sich gebildet, dann sich auf Gier- 
gionets Styl verlegt; jedoch von seinem Sinne geleitet, wel- 
ches allerdings der beste Führer eines Malers in der Wahl des 
Styls ist. Die übrigen Nachfolger Giorgionzfs glichen ihm 
mehr oder weniger im Styl, Por.denone aber auch an Feuer, 
Entschlossenheit und Grösse der Seele, wie keiner in der vene- 
diger Schule. In Unteritalien ist er wenig mehr, allS dem Na- 
man nach, bekannt. Das Gemälde mit seinen Familienbilduis- 
sen im Palast Borghcse ist das Grösste, das ich in jener Ge- 
gßlld gesehen. Auch anderwärts findet man selten Bilder, wie 
die schöne Auferstehung des Lazarus in Brescia bei den Gra- 
fen Lccchi. Auch Altarbilder von ihm sind ausser F riaul selten, 
wo etliche an verschiedenen Orten, wiewol nicht alle gleich gewiss, 
12) So die Alten; aber nach dem in diesen letzten Jahren bekannt 
gewordenen Letztwillen seines Vaters scheint (ließ Zll befivhligen. Der 
Vater beisst Angelas de Lodesanis de Corticellis, (oder wie in einer 
Handschrift der Herrn Mottensi von Pordenone de Corlicelsis) Bri- 
wiensiS.  L.
        

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