Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291698
Zweiter 
Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
715 
viele Bildnisse, deren eins Vasari als staunenswerth lobt; 
viele Madonnen meistens mit mehrern Heiligen auf Leinwand 
11ml ablang; was, wie wir bereits sahen und noch ferner sehen 
Werden, Mehrere aus jener Zeit zu ihrem Gegenstande machten. 
Aber die gewöhnlichen Kenner, die ihre Namen nicht wissen, 
Rennen gleich Palma, sobald sie ein Bild sehen, das zwischen 
Gißn Bellini's Trockenheit und Tizians Saftigkeit die 
Mitte hält; besonders wenn sie wohl geriindete und gut colo- 
rirte Gesichter, eine ileissig behandelte Landschaft, Rosenfarbe 
in den Kleidern mehr als Blutfarbe sehen. So ist Palma in 
Aller Munde, und viele andere werden nur dann erwähnt, wenn 
Sie ihren Namen unter die Gemälde gesetzt haben.  
Einer von denen, welche Palma und Lotto ähneln, ßllSw 
serhalb Bergamo und etwa einer benachbarten Stadt wenig 
bekannt, ist Giovanni Cariani, von welchemVasari nicht 
Spricht. In lldeiland sah ich von ihm eine Madonna unter meh- 
Tßrn Heiligen vom Jahre 1514, wo ihm kein anderes Muster 
R15 Giorgione vorgeschwebt zu haben scheint. Das Bild ist, 
wenn ich nicht irre, ein Jugendwerk und im Vergleich mit ei- 
nigen andern, die ich in Bergamo sah, hat es gemeine Forq 
man. Vorzüglich dagegen ist jene Madonna bei den Serviten 
mit einem Kreis von Seligen, einer Engelglorie und andern zu 
ihren Fiissen tonspielenden Engeln. Es ist ein liebreizendes 
Gemälde, anmuthig durch schöne Landschaft und kleine Gestal- 
ten in der Ferne, geschmackvolle Tinten und einen Farben- 
lluftrag, weiche den ileissigsten Bildern der beiden genannten 
Bergamer ähnlich sind, mit welchen er eine jedem Lande zur 
Ehre gereichende Dreimiinnerschaft bildet. Tassi erzählt, der 
berühmte Zucc herelli sei nie nach Bergamo gekommen, ohne 
dies liebe Bild immer wieder zu betrachten, welches er für das 
beste der Stadt und eins der schönsten, die er je gesehen, 
erklärt habe. Auch war Cariani ein ausgezeichneter Bildnis- 
maler, wie ein Gemälde der Grafen Albani zeigt, welches meh- 
rere Bildnisse jener edlen Familie enthält undldort den besten 
Cßloristen gegenüber fast allein Bewunderung zu verdienen 
Scheint.   
Aus derelben Jüngerschaft zählt Trevigi zwei, die je- 
Üßßh sehr verschieden von einander sind. Der eine ist Rocco 
Mllrconi, den Zanetti unter Bellini's guten Schülern
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.