Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290965
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Oberitalien. 
Niemand es arg deuten; dass Vasari hier angeführt wird, mit 
welchem die Geschichtschrcibcr der Venedig-er Schule unzufrie- 
dener waren, als die, der römischen, neapelschen und siener, 
deren Klagen ich schon anderswo angeführt, jedoch auch, wo 
ich es vermochte, vertreten habe. Es frommt nicht, sie zu 
Wiederholen, um den venediger Schriftstellern zu antworten. 
Nur dies will ich bemerken, dass Vasari doch an mehrern_ 
Stellen die venediger Künstler gar sehr gelobt hat, namentlich 
in den Lebcnsbeschreibungen Carpaccio's, Liberale's und 
Pordenonc's. Ferner, wenn er zuweilen aus Mangel an ge- 
nauen Nachrichten, oder auch aus Künstlereifersucht oder Va- 
terlandsliebe, welche vielleicht heimlich seine Feder führte und 
seine Schriften beseelte, geirrt hat, so wird es doch dem heu- 
tigen Stande der Wissenschaft und Kenntniss 3) nicht schwer 
seyn, wahrere Namen und Vergleichungen, und minder schiefe 
Urtheile über dieAeltesten der Schule 4) beizubringen. Was 
die Neueren betrifft, bis zu welchen er nicht reicht, so habe 
ich darüber, wenn keinen reichen, doch mindestens nicht kür- 
geren Vorrath, als über mehrere andere Schulen Italiens. Aus- 
ser Ridolfi, Boschini, Zanetti habe "ich die Geschicht- 
schreibcr der einzelnen Städte, woraus auch Orlandi manche 
Nachrichten gezogen; und keinen von diesen zieh ich Zam- 
boni's Fabbriche di Brescia 5) vor, wegen der Menge 
und Gewichtigkeit der gesammelten Urkunden. Ferner habe 
ich einige Schriftsteller, die namentlich von ihren Landsleuten 
Nachrichten gesammelt, oder Lebensbeschreibungen herausgege- 
ben; wie denn von Veronern der Comthur von Pozzo 5),fvon 
3) Bottaribemerkt, Vasnri habe im Leben [Wanczvs den 
Tintoretto u. Paolo Vernnese zu! karg gelobt; dasselbe sagt 
er von Ganlbera und vielen Andern, die damals lebten, oder auch 
schon gestorben waren, als er schrieb. Auf seine Urtheile fqlgten 
die der Carncci und vieler auügezeiclnneter Künstler, dencnvnxan 
trauen kann.  L. 
4) Zu rechter Zeit erschien zu Bassann 1800 eine {Vatfzia zfopure 
di disegnu von einem Ungenannten, wahrscheinlich einem Paduaner, 
um 1550 geschrieben. Sie ist von Morelli herausgegeben und er- 
läutert, und enthält viel Ungeärucktes namentlich über die venediger 
Schule. L. 
5) Ba-lllass. Zambani memarie intorno alle pubbliche piie in- 
ngni fäzbbriche di Brescia. Brescia 1778 fol. v. Graf C i eo gnara 
sehr empfohlen.  Q. 
6) C. Bartal. de! Po zxo le vüa rläpiünri, scultori e archi- 
tatti veron. Ver. 1718. 4. Q.
        

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