Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291659
Zweiter 
Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintorelto etc. 
71 
Lombarden; und bei Carinni besonders findet man wie 
einen glcichmässig über das Bild verbreiteten Wachsüberzng, 
welcher leuchtet, erfreut und auch bei wenigem Lichte ßllSnch- 
mend vorsticht; eine Wirkung, welche ein Anderer auch an 
Coreggiws Werken bemerkt hat! _ 
Lorenzo Lotto wird von Vasari und Andern nach 
dem gemeinsamen Gebietsnamen benannt; auch unterzeichnete 
er unter dem heil. Christoph zu Loreto Laurentius Lottus pi- 
ctor venetus 7). Der neuste Herausgeber des Va s ari hält ihn, 
nach der Anmuth der Gesichter und dem Augenwurf, für einen 
Schüler Vinei's; was sich Wol mit Lomazzo bestättigen 
liesse, der als Nachahmer Vinci's in Beleuchtung gehöriger 
Stellen Cesare da Sesto und Lorenzo Lotto nennt. Ich 
halte dafür, Lezter habe Mailands Nähe benützt, Vinci ken- 
nen zu lernen und in einigen Stücken nachzuahmen; darum 
aber widerspreche ich doch der Geschichte nicht, die ihn zu 
Bellini's Schüler, und Castelfrancws Nacheiferer macht. 
Der Styl der Lionardisten, der in Luini und den übrigen 
lllailändern so gleichförmig ist, erscheint bei Lotto nur hier 
und da. Im Ganzen ist er Venediger, stark in den Tinten, 
prachtvoll in den Anzügen, blutroth im Fleisch, wie Gior- 
gione. Doch ist sein Pinsel minder frei, als der Giorgioni- 
sehe, dessen Grossheit er durch das Spiel von Halbtinten ab- 
dümpft; auch wählt er schlankere Formen und giebt den Köp- 
fen mehr Ruhe und Idcalschünheit. In den Gründen seiner 
Bilder hat er oft etwas Helles oder Blaues, was, wenn es sich 
nicht mit den Figuren vereint, doch sie ablüst und dem Auge 
sehr lebendig darstellt. Er war der Erste und Sinnreichste in 
Erfindung neuer Motiven zu Altarbildern. Der heil. Antonin 
7) Wir danken dem Giu. Beltramelli, dass er uns in sei- 
nem 1806 herausgegebenen Werke gezeigt hat, dieser, gemeinigiich 
ein Bergamer genannte Maler sei eigentlich aus Venedig, indem er 
in einem öffentlichen Vertrag M. Laurenlius Lollus de Venetiis mme 
habitalur Bergami genannt wird. P. Federici, der ihn auf das 
Zeugnis eines Chronikenschreibers für einen Treviser ausgiebt, bringt 
eine andre Urkunde bei, wo es heisst: D. Laurentii Lolti piclnris 
et de prcsenti Tarvisii commarantis. Wenn also lzab-itatar Ber- 
gami ihn nicht zum Bergamer macht, soll Tarvisii commornzelis ihn 
zum Treviser machen? Aber P. Affö fanü ihn auf einem seiner er- 
sten Bilder Tarvisizius genannt. XVer bürgt uns denn aber, dass 
Lotto dies eigenhändig geschrieben? L.
        

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