Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291645
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Oberitalien. 
Vencdiger 
Schule. 
Aus Giorgioneis Schule gingen auch Giovanni da 
Udine und Francesco Torbido aus Verona, zubenannt 
der Moh r, hervor; beide vortreHlich seine Tintengebung nach- 
ahmend. Von Giovanni, Ilachmaligem Schiller RaffaePs, 
ist schon die Rede gewesen und wird noch an einem andern Orte 
gesprochen Werden müssen. Der Mohr hielt sich wenig zu 
Gio rgione, mehr zu Liberale, dessen Zeichnung und Flßisg 
er wirklich naehahmte, ja übertraf, indem er sich selbst unauf. 
hörlich tadelte und sehr langsam arbeitete. Selten sind Altar- 
bilder von ihm, minder selten Cabinetstücke, meistens biblischen 
Inhalts, und Bildnisse, an denen nichts zu wünschen übrig 
bleibt, als vielleicht eine grössere Freiheit des Pinsels. [m 
Dom zu Verona malte er auf Kalk mehrere Scenen aus U. L. 
F; Leben, darunter eine wahrhaft wundernswerthe Himmelfahrt; 
aber hieraus kann man seine Zeichnung nicht beurtheilen, da 
Giulio Romano die Cartons dazu machte. Wohl sieht man 
aber seine Ausführung, welche, wie Vasari bemerkt, ihn als 
einen fleissigen Coloristen, wie irgend einen seiner Zeit, he- 
urkundet. 
Die nun Folgenden werden von der Geschichte zu Gior. 
gione's Schaar gerechnet, nicht zwar als Schüler, sondern als 
Nachahmer. Alle stehen zu Bellini; denn bis zu Tinto- 
rette war es venediger Art, nicht Neues zu erfinden, sondern 
nur das bereits Erfnndene zu vervollkommnen, und nicht sowol 
die Bellini zu vergessen, als vielmehr nach Giorgioneßs 
und Tizianw Beispiel sie näher an den neuem Kunsihrauch 
heranzubringen. Daher bildete sich ein Heer von lilalern sehr 
einförmigen Geschmacks, und ward jene Uebertreibung zur Farbe 
der Wahrheit, so dass wer Einen venedigcr llilaler jener lZeic 
kennt, alle kennt. Aber Uebertreibung ist es, wie gesagt, und 
dennoch ist Styl und Verdienst verschieden. Unter die besten 
Giorgionisten setzt man drei, welche zur Stadt oder Lande 
schaft Bergamo gehören: Lotto, wie Mehrere glauben, Palma 
und Cariani. Sie gleichen ihm gewöhnlich im Vertreiben der 
Farben; aber im Auftrag und in der Wahl scheinen ie oft 
nus Venetus und das Jahr 1520, Dieser darf also nirht mit F. 
Marco verwechselt, noch das trevigische Bild jenes andern diesem 
zugesrhrielaexx werden. Diesen ärrihum misst mir P, Fcdel-ici Vgl, 
I. p, 120 bei; ich weise aber nicht, aus welchem Grunde. L.
        

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