Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291571
Zweiter 
Zeitraum. 
Giorgione, 
Tizian, 
Tintoretlo 
etc. 
63 
zierungen, und der gewohnte Styl, die- ivahre Art zu malen sei 
dort unbekannt gewesen. Ich weiss wohl, viele Auswärtige, 
die nie ihr heimatliehes Nest verliessen, packen alP diese Künst- 
ler zusammen und sagen nun, die Venediger hätten sich nicht 
auf Zeichnung verstanden, wären überladen in Composition, 
hätten nie das ldealsehönekerkannt, nie Ausdruck, Costume, Ge- 
mässheit verstanden; kurz, es habe dort immer eine Geschwind- 
malerei geherrscht, welche nur hinhudle a), den Zaum der Re- 
geln versehmühe, die gegenwärtige Arbeit nicht vollende, aus 
Angst zu einer neuen; und mithin zu einem andern Gewinn 
iiberzugehen. Mag dieser Vorwurf einige Venediger treffen, 
alle trifft er gewiss nicht, und, wenn Eine Stadt, Ilißllt leißllä 
eine andere, vorzüglich aber, wenn Eine Zeit, Eine Jüngerschaft 
von Malern, darum nicht alle übrige. Diese Schule hat eine- 
Fülle von Künstlern und löbliehen Mustern in jedem 'l'hei!e 
der Malerei; aber weder jene Künstler, noch diese Muster sind 
hinlänglich bekannt. Der Leser wird hulientlich darüber klar 
werden, wenn er Bellini, Giorgione, Tizian und die 
übrigen Meister kennen und sehen wird, wie sich gleichsam." 
von Einem Baume hierhin und dorthin verschiedene Zweige ver- 
pflanzen und je nach Art des Bodens, Nähe anderer Himmel- 
Striehe, hier eine, dort eine andere neue Eigenschaft anneh-i 
men, nie aber die ursprünglichen und angeborenen verlieren. 
Findet er im Verlauf der Geschichte neben vielen ehrenwerthen 
Pflanzen auch, um mit unserm Dichter zu sprechen, die herben 
Speierlinge, so tadle er auch nur diese! Ich meine, man soll die 
Schmach mancher vernachlässigten Künstler nicht verläumderiseh 
auf die ganze Schule übertragen. 
Die schöne Zeit beginnt mit Giorgione und Tizian. 
Diese beiden, welche Genossen und Nebenbuhler waren, theil- 
ten gewissermassen die Anhänger unter einander in der Haupt- 
2) Vasari erzählt, Tizian habe die Gegenstände lebendig und 
natürlich vor sich gehabt und in Farben ohne Zeichnung wiederge- 
geben .  1' auf die Art, wie viele Jahre die venediger Maler, Gior- 
gione, Palme, Pordenone, und andere thaten, die Rom und 
andere vollendete Kunstwerke nicht gesehen? Ich weise nicht, woher 
dieem Schriftsteller diese Kunde ihres Verfahrens gekommen. In 
Sammlmugen findet man auch von ihnen Zeichnungen, und bei den 
Grafen Ülliüppllll in Piacenza. ist der Curton des berühmten heil. All- 
SUSÜH, den Pordenoxie dort malte, und der noch zu sehen ist. L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.