Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291522
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Oberilalien, 
Venediger 
Schule. 
F. Raffaello von Brescia, ebenfalls eines Olivetancrs, am 
Chor des heil. Michele in Boseo zu Bologna. Ausserdeni ver- 
zierte auch Fra Daiuiano aus Bergamo, ein xDoniinicaner, 
seine Kirche zu Bergamo, noch besser aber die zu Bologna mit 
'l'üfelwerk am Chor; und zu S. Pietro in Perugia werden seine 
historischen Darstellungen in Täfeliverk sehr gelobt. Dieser 
trieb auch, wie Vasari erzählt, die liieisterschaftliin den Far- 
ben und Schattengebung am weitesten, so dass er für den Er- 
sten in dieser Kunst galt. Nebenbuhler, oder Schüler war 
Gianfrancesco Capodiferro, dessen Reliquien- und Kir- 
chengeräthschränke (stalli) zu S. Maria Maggiore in Bergamo 
die schönsten in dieser Art, wiewol nicht ganz von 'l'roekenl1eit 
frei sind. Dort arbeitete er seine Zeichnungen des Loth, und 
unterwies seinen Bruder Pietro und seinen Sohn Zinino 
in der Kunst; daher denn nach ihm die Stadt lange noch 
treiiliche Täfeler hatte. Die grössten und kunstreiehsten ein- 
gelegten Figuren, die ich gesehen, sind an einem Chore der 
Karthause zu Pavia, je eine für jeden Stand. Man schreibt 
sie einem Bartolemmeo da Pola zu, den ich weiter nicht 
kenne. In jedem Viereck ist ein Brustbild eines Apostels, oder 
eines andern Heiligen, ganz im Geschmack der Vincisehen 
Schule gezeichnet. Manche Gallerien haben noch einige Bilder 
von ihm; achtbar sind immer die von F. Damiano. _Uehri- 
gens nahm diese Kunst nach und nach ab, weil sie doch in ei- 
nein dem Feuer und Wurmstieh allzusehr unterworfenen Stoff 
arbeitete, und scheint sie auch seit einigen Jahren wieder auf- 
zuleben, so bringt sie doch bis jezt-wenigstens nichts lilerkwür- 
(liges hervor 50). 
50) Ein wichtiges Werk über die frühsfen Denkmule der Kunst 
dürfen wii-"nicht unerwähnt lassen, ohwol sich keine Gelegenheit 
fand es anznführen, da I. z. die Stadt Aquileja übergeht, weil sie 
früher von ihrer Grösse herahsank, ehe sich Künstler einen Namen 
erwarben: Le anlicltitä düllquileja profane c szzcre, per In maggior 
parte jinora inedile, raccnlle, disegnate, ed illustrale du Giando- 
menica Bertali in Veneziu 1739. 
Die alten Malereien in der Metropolitane. zu Aquileja beweisen 
hinreichend, dass vor Cimabue, oder doch wenigstens gleichzeitig 
mit ihm , Künstler in dieser Gegend lebten, welche sich unabhängig 
von dcii Toscunischen Schule gebildet und einen Grad der Einwick- 
lung erlangt hatten, den erst späte: die Florentixier erreichten. Wie
        

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