Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291461
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
blieb er zurüclcnnd vergrösserte weder, wie er, die Verhältnisse, 
noch erweiterte er den alten Styl, wicwol er bis 1535 lebte. Seine 
Tinten sind stark, der Ausdruck wohl bedacht und anrnuthig- 
ein Lob, das er mit vielen veroner Malern theilt  sein Fleiss 
ist ganz ausserordcntlich, besonders in kleinen Figuren, worin 
er sehr erfahren war, weil er Bücher mit Miniaturen schmückte, 
welche noch in Verona und Siena zu sehen ind. 
Nebenbuhler {war in seiner Vaterstadt ein Domenico 
Morone, oder vielmehr er war der Zweite nach ihm, eben- 
falls von einem Schüler Stefano's gebildet. Auf ihn folg- 
ten Fr an eesco Morone, der Sohn, tüchtiger, als der Va- 
ter, und Girolamo dzvLibri, zwei Jünglinge, die zuweilen 
in freundschaftlicher Eintracht zusammen und man kann sagen 
nach denselben Grundsätzen arbeiteten. Von dem Erstem sagt 
Vasari, er habe seinen Bildern Anmuth, Zeichnung, Einheit, 
schönes und glühendes Colorit, wie Einer, verliehen. Er starb 
1529. Der Zweite übertraf ihn weit an feinem Geschmack und 
Berühmtheit. Sohn eines Miniaturmalers von Choral- und Mesg- 
büchcrn, der davon Francesco daiLibz-i hiess, und von seinem 
Vater Zunamen und Kunstamveisung erhielt, trug er beides 
ebenfalls auf Seinen Sohn Francesce über, wie Vasari 
berichtet.  
lhre Bücher zu betrachten, liegt ausser meinem Zweck; 
aber von Girolamo's Bildtafeln darf ich nicht schweigen. 
Die in'S. Lionardo ausserhalb Verona habe ich nicht gesehen; 
er hatte da einen Lorbeerbaum gemalt und oft flogen die Vögel 
getäuscht durch die Fenster in die Kirche um den Baum herum, 
 wie auf seinen Zweigen zu ruhen. Ein anderes Bild zuSGiorg-io, 
mit der Jahrzahl 1529 hab ich gesehen; es hat kaum noch eine 
Spur der alten llialerei. Es ist eine Madonna zwischen zwei 
heil. Bischöfen, freie und sprechende Bildnisse, mit drei Engel- 
chen, lieblich von Gesicht und Bewegung. An diesem kleinen 
Bilde kann man einigermassen den llliniaturmaler erkennen; 
hier scheinen beide Künste anmuthig vereint. Die Kirche ist 
eine an Meisterwerken reiche Gallerie, unter welchen der heil. 
Georg von Paolo vorragt; aber Girolamoü: Bild ist ein 
Edelstein darin, der durch etwas ilnaussprechlich Schönes, 
Glänzendes und Leuchtendes überrascht. Er lebte noch lange 
nachFertigung dieses Bildes, besonders seiner Miniaturen wegen
        

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