Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291453
Zeitraum. 
Erster 
Die 
Axtefl. 
511 
nommenen Figuren mag er wol eher aus den Gränzstäilten P3- 
dua oder Verona haben, deren die eine Geschmack für das Al- 
terthum, die andere alterthümliehe Denkmale hatte. Vasari 
und Ridolf i erwähnen nur seine Arbeiten in Venedig, die 
aber jezt untergegangen, oder entstellt sind. Die in Vicenza 
sind wohl erhalten; und kein gebildeter Fremder sollte abreisen, 
ohne in dem Oratorium der blauen Mönche seine Raffaelische 
Madonna auf dem Throne mit vier Heiligen, unter welchen 
Sebastian wahrhaft idealschön ist, gesehen zu haben. Einclor- 
tiger erfahrener Künstler hielt dies für das schönste Genxiilde 
der Stadt, welche doch köstliche hat. Auch Bonconsigli 
ist in Ansichten vortrefflich, wie Montagna, Figolino, 
Speranza; auch er scheint ein angeborenes Talent für Bau- 
tenmalerei zu haben, und der Vaterstadt schon den göttlichenPal- 
ladio, der später der Stolz dieser Kunst war, die Scamozzi 
und die vielen andern Bürger zu versprechen, welche Vicenza 
zum bVunder und zur Schule der Baukünstler gemacht. Von 
diesem Maler sind zwei Bildtafeln in Montagnana. Man darf 
ihn nicht mit Pietro Marescalco, zubenannt lo Spada, 
verwechseln, welcher laut der handschriftlichen Geschichte in 
Feltre geboren ist und von Vasari leider nicht erwähnt wird. 
Dort bei den Nonnen degli Angeli ist ein Bild von ihm, wor- 
auf Ritter L azara Petrus Jilarescalcus P. gelesen zu haben mir 
meldet. Es ist eine Madonna zwischen zwei Engeln; grossar- 
tige und gutgezeichnete Figuren, welche dem Pietro in der 
Kunstgeschichte einen ehrenvollen Platz anweisen. Vergleicht 
man ihn mit Giovanni, so ist sein Colorit minder lebhaft 
und seine Zeit scheint etwas später zu fallen. 
Unser Reisezweek führt uns nach Verona, wo damal Li- 
berale das Feld behauptete, ein Schüler des Vincenzio di 
Stefano, dann des Jacopo Bellini, oder vielmehr dessen 
Nachahmer, an dessen Styl er, wie Vasari sagt, sich immer 
hielt. Uebrigens ist in der Erscheinung U. H., im Dom, eine 
Glorie von Seraphim, ein Gewandwurf, ein so Mantegnaseher 
Geschmack, dass ich ihn zu dieser Schule rechnete. Und aller- 
dings konnte ihm die Nähe von Mantua die Nachahmung auch 
des M an tegna erleichtern, den man auch aus seinen, wie 
aus andern Bildern jener Zeit von bekannten und unbekannten 
Veronern, heransblieken sieht. Hinter Giovanni Bellini
        

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