Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291419
Erster Zeitraum. 
Die 
Allen- 
47 
dass die grössten Männer jener Zeit gleich bereit waren zu 
lernen, was ihnen, wie zu lehren, was Andern fehlte 41). 
Kennt man lllantegnrs Styl, so ist es nicht schwer, 
auch den seiner Schüler sich zu denken, welche nach denselben 
Grundsätzen erzogen und nach seinen Mustern gebildet waren. 
Die vorhin erwähnte Capelle lehrt uns drei keimen, deren er- 
sten, Niccolo Pizzolo, Vasari angegeben hat. Von sei- 
ner Hand ist die Himmelfahrt Ü. L. F. auf dem Altarbilde, 
und andere Figuren auf der Wand. Auch ein Wandgemälde 
sieht man auf einem Giebelfcldc mit der Unterschrift: Opus Ni- 
eoletti; und beide Bilder sind in der Behandlung der des Man- 
tegna nicht nur iihxilieh, sondern kommen ihr nahe. Zwei 
Andere malten einige Ereignisse aus des heil. Christophs Le- 
ben; unter einem lieset man Opus Boni, unter dem andern 
Üpus Ansuini, einen Malers aus Forli. Beide würden ander- 
wiirts bewundert werden; hier neben dem Meister sind sie doch 
nur Schüler. Mehr naht dem Mantegna und könnte in vie- 
len Figuren für Mantegna selbst gelten Bernardo Paren- 
tino, der in einem Kloster der h. Justina zehn Thaten aus 
Benedicts Leben malte, die er mit schönen Umgebungen und 
kleinen Geschichten Grau in Grau schmückte, über jeder das 
Bildnis eines Papstes aus dem Benedictinerorden. Ich habe 
kein in allen seinen Theilen so wohl geilachtes Klosterbild ge- 
sehen; und bekanntlich leitete die Anordnung desselben ein aus- 
gezeichneter Gelehrter dieses Ordens, der Abt Gapero aus Pa- 
via. Parentino's Name und die Jahre 1489 und 1494 sind 
(larauf zu lesen. Fortgesetzt wurde das Werk von einem Gi- 
rolamo aus Padua, oder Girolanio da Santo, einem be- 
rühmten Miniaturmaler, von welchem Vasari und Ridolfi 
berichten. In dieser Arbeit zeigt er sich schwach in der Zeich- 
17 
42) ln einem der schon angeführten Briefe aus Venedig schreibt 
Dürer, dass er nach Bologna reiten würde, weil ihm dort Einer 
die Geheimnisse der iwrspective lehren wollte. Man hat diese Stelle 
Oft auf Mantegna bezogen, jedoch ganz fälschlich, weil Dürers 
Brief aus Venedig im October 1506 geschrieben und Mantegna 
den I5. Septhr. 1506 gestorben ist. S. Zani Materiali per ser- 
z-irc alla sluria de]! flfigillß, e de, prngressz" deIl' incixinne in ramc, 
e in legna (Purpur; 1802) p. '236-_244. Nach ZanPegründlichen 
Ilntersuchungen sind die Irrthümer über hlantegncüs Geburlsnrt 
und Todesjahr zu berichtigen. 
        

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