Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291391
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
45 
Bild al Santa; der Styl neigt sich mehr als einer zum moder- 
nen, und wiewol er in den saftigen Tinten etwas von dem vc- 
nediger hat, so ist doch auch zugleich wieder in der Zeich- 
nung eine gewisse grössere Bestimmtheit und Schlankheit, nach 
Art der paduaner Schule. Offenbar aber eignet er sich diese 
an in dem ausgezeichneten Bilde im Rathsaalc zu Belluno, wo 
er rönxische Begebenheiten vorstellte  Es ist ein weitläu- 
iiges Werk, welches man auf den ersten Blick Mantegna 
zuschreiben möchte; so sind die Figuren gezeichnet, bekleidet 
und gedacht; ja einige, die Mantcgna schon in seiner gras- 
sen Capclle zu den Ercmitanern ahfgestellt hatte, erscheinen 
hier treu in denselben Formen und Bewegungen wieder. Ein 
Beweis, dass entweder Beide gleichen Unterricht genossen, oder 
Montagnana doch viel von der paduaner Schule lernte! 
Ich sage nur, viel; denn im Costume nützt er Squarcionrfs 
gelehrten Unterricht keineswegs, sondern verstöst vielmehr (la- 
gegen, nach Art der Bcllini, welchen ihn die ödentliche 
Meinung, nach dem ileissigen Vf. des neuen Wegzveisers durch 
Paclua, zum Schüler giebt. 
Von Squarcione und seiner Malerei habe ich Nschon. 
gesprochen und behielt mir die Betrachtung seiner Schüler, 
besonders des Andrea Mantegna, für einen andern Ort vor. 
Er wird aber doch in diesem Verzeichnis als Schüler auftreten, 
weil von ihm, als Meister der Lombardei, würdiger in einem 
andern Buche gesprochen werden muss. An grossen Männern aber 
sind auch die ersten Regungen merkwürdig; und Vasari hört 
gar nicht auf Andrea's erstes Werk in der Sophienkirehe, 
worunter stehtAnclreas JlIrmtineaPatavinus annos VII etX natus 
sua manupinxit 1448, als Werk eines gereiftenMannes zu loben. 
Squarcione liebte diesen Geist so, dass er ihn an Kindes- 
statt annahm. Als aber der Jüngling eine Tochter des J acopo 
40) Ich {heile das altsclnrifiliche üarunier geschriebene Epigrumm 
mit, nach welchem man das Werk für eines der bedeutendsten bis 
dahin gelieferten gehalten haben muss, und welches Ritter Lazara 
abgechrieben hat:  
Nun hie Parrhnsia, nan lzic tribuendus Apelli, 
Hos live!" auctores (Hgnus haben: lubvr. 
Euganeus, vixdmn inzplelo {er nzense, Jacobuc 
Ex Jvlantagnana nobile pinxit opus."
        

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