Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295500
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Oberitalien. 
Mailändische 
Schule. 
nach Mailandzurückgekehrt, ausser den Bauten, worin er un- 
ter die Ersten gezählt wird, auch Geschichten im Grossen und 
Altarbilder, auch in sehr gutem Geschmack, auf Kalk in der 
Karthause zu Pavia und im Santuario zu Varese malte. Ein 
Neffe von ihm, Bernardo Racchetti genannt, folgte ihm 
löblich, und seine Ansichten sind, wie die des Clemente 
Spera, in Gallerien nicht selten. Torre erwähnt auch ei- 
nes Lucchesers, welcher Ansichten und Figuren sehr gut 
malte, Paolo Pini. Ich habe nur eine Rahab in S. M. di 
Campagna. zu Piacenza von ihm gesehen; dies Bauwerk ist sehr 
schön, die Figuren schlank und Weidlich hingeworfen. In 
grössern Verzierungswerken auf Kalk wird von Orlandi 
Pierfrancesco Prina und die beiden Mariani, Dome- 
nico und Gioseffo, sein Sohn, gelobt. Der Vater blieb 
in Mailand und unterrichtete unter andern Castellino von 
Monza; der andere begab sich nach Bologna und besserte dort 
seinen vom Vater angenommnen Styl, womit er sich denn in 
Italien und Deutschland auszeiehnete. Diese mögen genügen 
aus einer Zeit, die in dieser Gattung der Malerei nicht vom 
besten Geschmack war! 
Landschafter von Ruf im Geschmack Agricolaßs, sei- 
nes Meisters, war Fabio Ceruti, von welchem Stadt und 
Gebiet Bilder genug haben. Auch ein Perugini wird von 
Ritt. Ratti im Leben des Alessandro Magnasco von 
Genua, Lis an drino genannt, in Andenken erhalten. Dieser 
Schüler Abbiati's, der sich lange in Mailand aufhielt, malte 
zu Peruginiss, Spera's, und anderer Meister Bildern so 
hübsche kleine Figuren, dass wir von ihm in seiner Vaterlän- 
dischen Schule sprechen werden. 
Magnasco selbst kann für einen guten Künstler in der 
untergeordneten Malerei gelten, wegen seiner kleinen Bilder 
in niederländischem Geschmack, Bambocciaten und, Darstellun- 
gen aus dem Volksleben, dergleichen er für Gallerien malte. 
Auch hielt er in Mailand Schule und fand in Coppa und ei- 
nigen Andern Nachahmer. Mehr aber als Alle näherte sich 
ihm Bastiano Ricci, ein wundersam schmeidiger Geist. 
In demselben Geschmack malte in Mailand Martino Cigna- 
roli, welcher aus Verona und der Schule des Carpioni Fer- 
tigkeit besonders für Cabinetbilder, mit nach Hause brachte.
        

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