Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291346
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
S q u a r ci o n e für Ja copo. Auch ist nicht zu läugnen, dass, die 
veroner und friauler Maler ausgenommen, es ihm über die andern" 
Maler der venediger Schule an Nachrichten fehlte, wie er selbst ver- 
sichert, und wir ihm gern glauben. Man lese nur die Einleitung zu 
C a rp a c ci o's Leben und bemerke, wie oft er in wenig Zeilen irrt. 
Aus L az z a r o S e b a s t i a ni macht er zwei Maler, abermals zwei 
aus Marco Basaiti, nämlich B asarini undBassiti, und je- 
dem schreibt er seine Werke zu; übrigens schreibt er Vittore 
Scarp accia, Vittor Bellini, Giambatista da Corni- 
glian o , und verwechselt die Arbeiten Beider mit einander; 
anderwärts macht er aus M a n s u e ti M a n s u ch i, aus G u a- 
riento Guerriero und Guarriero, aus Foppa Zoppa, 
aus Giolfino Ursino, aus lliorazone Mazzone, aus 
Bozzato Bazzacco, aus Zuccati Zucch cri und Zuc- 
c h e ri n i; und so irrte er in andern venediger und Iombardi- 
sehen Namen so häufig, dass er beinahe mit Jl-lar ms, C o chin 
und andern ungenauen N ichtitalicnern verglichen werden kann. 
Wenig geschätzt, oder auch gekannt von Va s a ri und 
darum übergangen sind P i e r m a r i n P e n n a c e h i aus Treviso, 
von welchem in Venedig und Murano zwei Kirchcndecken bes- 
ser in Farbe als in Zeichnung sind; und Pi er Frances c o 
B i s s 01 o, ein Venediger, der minder grosse Stücke, aber rein- 
licher und lieblicher malte. Seine Bildtafeln in Murano und in 
der Kathedrale zu Trevigi können sich mit denen des P a lm a 
ve c chio messen , und eines , das die Herrn Renier besitzen, 
eine Begegung des Simeon , kommt auch an Farbenfettigkeit 
und Weiche den neuem gleich. 
Geschichtlich merkwürdiger war G i r o l a m o d i S. C r o c e.. 
Vasari hat ihn übergangen, wie Bbschini, und Rid olfi 
hat mehr Schlimmes , als Gutes von ihm gesagt; er habe sich 
nämlich nicht des alten Styls begeben können , wiewol er zu 
einer Zeit gelebt, wo auch mittelmässige Köpfe denselben ver- 
jüngten. Zum Glück für den waekern Künstler sind nicht 
wenige seiner bessern Werke erhalten , so dass Z a n e tt i be-  
haupten künnte, cr habe sich mehr, als alle übrige, dem Style 
des G io r gi o n e und Ti zi a n, s genähert. Dies bestiittigt 
denn auch allerdings die Bildtafel des heil. Parisius in der 
Kirche seines Namens, die im Wegweiser durch Treviso so ge- 
lebt wird. In Venedig selbst Sind einige sehr verdienstliche
        

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