Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295478
Zeitr. 
Kunstverfall nach Daniel Crespi. 
453 
Pietro Gilardi ging aus der heimatlichen Schule nach 
Bologna und lernte dort bei Franceschini und Giangio- 
seffo del Sole. Sein Stylist duftig, leicht, harmonisch, 
zum Schmuck von Kuppeln, Gewölben und grossen Wänden 
geeignet, wie im Speisesaale von S. Vittore in Mailand, wel- 
cher ihm Ehre macht. In Varese vollendete er die Capelle 
der Himmelfahrt Marions nach Legnaninow Cartons, der 
darüber gestorben war; und einige von ihm unvollendet gelas- 
sene Arbeiten wurden vom Rift. Gio. Batista Sassi fort- 
gesetzt und vollendet.  
Sein Styl  er hatte sich in Neapel unter Solimene 
ehr geübt  ist hinsichtlich der Zeichnung verständig; und 
wiewol er in Mailand und Pavia auch für Kirchen malte, sog 
kam er doch durch seine kleinen Cabinetbilder am meisten in 
Ruf. Ich weiss nicht, ob er jenes grünliche Colorit in diese 
Gegenden brachte, welches sich von Neapel aus in mehrere 
Schulen verbreitete, oder 0b es sich vielmehr über Turin hie- 
her verirrte, wo Corrado Giaquinto viel malte. Diese 
Mode misiiel Einigen nicht. Gioseffo Petrini von Carono, 
ein Schüler des Prete Genovese, hat sie aufs Aeusserste 
getrieben; und auch Piero Magatti von Varese, der bis in 
diese letzten Jahre herauf lebte, hat sich nicht immer davor 
behütet; Beide waren für ihre Zeit als gute Künstler geachtet. 
Einer so grossen Stadt konnten auch Jünger der venedigcr 
Schule nicht fehlen, wie sie in diesem Jahrh. glänzten; in 
manchen Kirchen sieht man einige Nachahmungen Piazzet- 
tats und Tiepolo's, wie denn junge Leute, welche sich 
der Malerei widmen, den Lebenden, die eben noch gewinnen, 
nachgehen und sich weniger um die Todten kümmern, die 
ehmals gewannen. Hier sollte nun auch ein grösserer Mailän- 
der seine Stelle linden, der im Auslande die Ehre seiner Va- 
terstxadtyerbreitete, Francesco Caecianiga, in Rom sehr, 
wenig daheim bekannt. Da ich aber schon in der römischen 
Schule von ihm gehandelt habe, so will ich hier nur sein Ge- 
dächtnis im Leser auffrischen. Dafür aber will ich seinen Zeit- 
genossen, Antonio Cucehi, nennen, der in Mailand blieb, 
nicht _weil er ihm gleichkam, Esondern weil er, "den Römern 
nachtretend, sich ebenfalls, wenn nicht durch Geist, minde- 
stens durch Fleiss auszeiehnete. Auch F erdinando Porta
        

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