Volltext: Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Zweiter Band)

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Oberitalien. 
Mailändische 
Schule. 
einen Farbenauftrag und ein leuchtendes Colorit, das unter 
Marattisten nicht gewöhnlich ist. Er hat sich durch histori- 
sche Wandgemälde ausgezeichnet, wie in S. Marco und S. 
Angiolo, und hier ist eine unter Apostel Jakobs Schutz gewon- 
nene Schlacht von ihm, welche ein Feuer beurkundet, das die 
schwerstentAufgaben der Malerei zu behandeln im Stande wäre. 
Er hat auch viele Werke in Genua, Turin und im Piemonti- 
sehen hinterlassen, in Novara die Kuppel in S. Gaudenzio, viel- 
leicht sein bestes Gemälde. 
Andrea Lanzani ging, nachdem er bei Scaramuc- 
cia, Guido's Schüler, der sich einige Zeit in Mailand auf- 
hielt, Unterricht genossen, zu Maratta in Rom über; aber sein 
Genius, führte ihn endlich. zu einem minder ruhigen Style und 
er ahmtc Lanfranco nach. Seine besten Arbeiten sind, wie 
auch bei Andern bemerkt wurde, die, welche er, von Rom 
zurückgekehrt, im Vaterlande in den ersten Zeiten lieferte, 
wo er noch der römischen Lehren und Muster eingedenk war; 
und unter diesen der heil. Karl in der Gloria, welcher an ge- 
wissen Tagen nebst andern Gemälden in der Mutterkirche aus- 
gestellt wird. Auch in der Ambrosischen Bibliothek malte er 
ein schönes Bild, Thaten des Card. Federigo; in dergleichen 
Darstellungen vermisst man nicht Ideenfülle, Kleiderreichthum 
und wirksames Helldunkel. Zumeist aber besteht sein Verdienst 
doch mehr in Leichtigkeit und Freiheit des Pinsels. Er starb 
in Deutschland als Ritter und hinterliess in Italien keinen bes- 
sern Zögling, als Ottavio Parodi, der lange in Rom lebte 
und von Orlandi gelobt wird. Aus Rom und Ciro Ferri's 
Schule kehrte auch Ambrogio Besozzi, damit in Mailand 
der Marattisehe Styl auch seinen Gegensatz im Cortonischen 
fände; aber er malte mehr Verzierungen als Geschichten, in 
welchen letztern er jedoch auch geschickt war, wie sein heil. 
Sebastian in S. Ambrogio beweist. -ln Venedig studirte er 
Pagani und lehrte auch dort; der berühmte Pellegrini 
wird unter seine Schüler gezählt. Zanetti bemerkt, er habe 
in den Akademien einen neuen, etwas überladenen, doch gute 
Wirkung thuenden Geschmack, das Nackte zu zeichnen, einge- 
führt. Er hinterliess dort manches Bild- und beschloss sein 
Leben in der Lombardei. Kirchen und Gallerien in Mailand 
haben Bilder von ihm in Menge; auch Dresden hat deren.
	        
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