Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295455
1 zeitr. 
Kunstverfall nach Daniel Crespi. 
451 
Um dieselbe Zeit lebten in Ccmo ausser den beiden Brü- 
dern Bustini3), die auch MorazzonMsSchüler waren, 
io. Paolo und Gio. Batista Reccbi, deren grösste 
Stärke Wandgemälde sind. Damit haben sie S. Giovanni und 
andere Kirchen der Vaterstadt, zwei Capellßll in VßTßSß 11m1 
andere in jener Gegend geschmückt. Der Zweite hat sich 
auch ausserbalb des Gebiets ausgezeichnet, namentlich Z1! S-_ 
Carlo in Turin, wo er neben dem Meister steht. Er hat ei- 
nen gediegenen und rüstigen Styl, kräftige Tinten, und in 
der Perspective von unten nach oben steht er Wenigen seiner 
Zeit nach. Dessbalb hat ihn Pasta in dem Wegweiser durch 
Bergamo verdientermassen gelobt und von einer heil, Grata 
gesagt, sie fahre gen Himmel; ein Werk, setzt er hinzu, das 
wundersamlich ergetzt. In etlichen Zimmern der Veneria zu 
Turin hatte er einen Neffen Gio. Antonio zum Gefährten- 
Der Wegweiser in Mailand nennt manche Ändere, welche dem 
Style nach von den Vorgenannten unterrichtet scheinen, wie 
Paolo Caccianiga, Tommaso Formenti, Giamba- 
tista Pozzi. 
Während nun die maäiländiscbe Schule allmülig alterte und 
keine Meister mehr gab, welche soviel als die ersten oder 
zweiten versprachen, bedachte sich die Jugend selbst. und 
suchte an berübmteren Quellen zu schöpfen; und so zerstreu- 
ten sich viele hier und dort, um neue Style aufzusuchen. Ich 
übergebe die Familie der Cittadini, die sich in Bologna 
niederliess, oder ich behalte sie mir vielmehr für jene Schule 
vor. Stefano Legnani, Legnanino genannt, um ihn 
nicht mit dem Vater, dem Bildnismaler Cristoforo zu ver- 
wechseln", ward einer der berühmtesten Künstler der Lombardei 
um den Anfang dieses Jahrh., nachdem er in Bologna den 
Cignani, in Rom den Maratta benützt hatte. In beiden 
Städten würde er unter beider Meister gute Schüler gezählt 
werden seyn, hätte er nur Arbeiten dort zurückgelassen, wenn 
gleich er sich im Fortgange der Zeit etwas vermanierirte. Er 
ist wählsam, gehalten, bedächtig in seinen Compositionen, hat 
i 
3) Ben ed etto Cres pi v0n slarkenn und zugleich zierlichem S137], 
wie Orlandi sagt; Antonio Maria, sein Sohn und Schüler, und 
Pietro Hinn ch i, Flrbe seiner Zeichnungen. Alle drei hiesuex: 
B u m n i,  L. 
Ff2
        

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