Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295415
IV. Zeilr. 
Kunstverfall nach Daniel Crespi. 
447 
Den drei Rossetti folgten die drei Santagostini, 
deren erster Giacomo Antonio, Carlo ProcaccinPs 
Schüler, wenig Oeifentliches geliefert hat, viel dagegen seine 
beiden Söhne Agostino und Giacinto, zuweilen vereint, 
wie die beiden grossen geschichtlichen Bilder in S. Fedele, oft 
auch besonders. Sie zeichneten sich von dem Pöbel ihrer Zeit- 
genossen aus, besonders Agostino. Er war der Erste, der 
über Mailands Gemälde 167i ein Werkchen herausgab, beti- 
telt;  e gloria del pennello. Welche Stelle auch 
ein so bctiteltcs Buch ihm unter den Schriftstellern anweisen 
möge, seine heilige Familie zu S. Alessandro und etliche an- 
dere gefeiltcre Werke bewähren ihn als einen guten, angeneh- 
men, ausdrucksvollen, einhiilligen, wiewol manchmal klein- 
lichen Maler jener Zeit. Ossana, Biffi, Ciocca, Cini- 
selli und andere in Mailand minder genannte Proeaccinisten 
können auch in meiner Geschichte ohne Nachtheil fehlen. 
Die vor kurzem genannten Nuvoloni können, obwol 
von ihrem Vater unterrichtet, doch in einiger Hinsicht auch 
zu den Procaccini gerechnet werden; denn der ältere, 
Carlo Franccsco, hatte anfangs Giulio Cesare's Manier, 
und in Giuseppe bemerkt man stets die Composition und 
das Colorit jener Schule. Aber der Erstere folgte von seinem 
Genius geleitet dem Guido, und so glücklich, dass er noch 
jetzt der lombardische Guido genannt wird. Er hat nicht? 
viel Figuren, ist aber zart und artig, anmuthig in den For- 
men und Wendungen der Köpfe, von einer Süsse und einem 
Einklang der Tinten, welche sehr gefallen. In S. Vittore sah 
ich von ihm ein Bild auf Leinwand, das Wunder Petri bei der 
schönen Pforte (porta speciosa), und manche andere in Mailand, 
Parma, Cremona, Piacenza, Como im angegebenen Geschmack. 
Als er nach Mailand kam, ward er gewählt, die Königin von 
Spanien zu malen, und hie und da. in vornehmen l-läusern 
sind Bildnisse von Privatleuten. Seine Madonnen werden für 
Gallerien gesucht; eine haben die Grafen del Vermc, worin 
alle Anmuth seines Pinsels vereint ist, freilich wol auch auf 
Kosten der Hoheit. Orlandi erwähnt seiner frommen Ue.. 
bangen, bevor er Madonnenhilder malte. iVie darüber manche 
seiner und meiner Leser denken werden, weiss ich nicht. Ich 
liebe, wie Justus Lipsius unter den Gelehrten, so diesen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.