Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295401
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Oberitalien. 
Mailändische 
Schule. 
er lebte und starb in Reggio, In Mailand war Camillo.'s 
Schule stets voll, und Keiner machte sie so berühmt, als An- 
drea Salm eggia aus Bergamo, von welchem im vorigen 
Buche die Rede war. Dieser ward in Rom Raffaelist und 
liess sich von Zeit zu Zeit in Mailand sehen und bewundern. 
Gio. Batista Discepoli, genannt lo ZOPEIO (der Lahme) 
di Lugano, war erst auch Camillo's Jünger, wie diese, 
nahm aber nachher viel von Andern an. Er war einer der 
wahrsten, stärksten, saftigsten Coloristen seiner Zeit, übri- 
gens aber mehr Naturalist, als Idealist. In Mailand sind ver- 
schiedene Bilder von ihm, besonders in S. Carlo ein sehr 
kunstreiches Fegefeuer. Vieles von ihm ist in seinem Geburts- 
ort und am Stromgebiete hin; etwas in Como, wo er in S. 
Tcresa die Kirchenheilige mit Seitenbildern malte, welche für 
eins der besten Bilder in der Stadt gilt. Nicht weniger Lob 
ärntete, wiewol in ganz anderm Style, cin Carlo Cornara, 
der nicht viel, aber mit ausnehmendem, ihm ganz eigenthüm- 
lichem Geschmack malte, wesshalb er denn in Gallerien ge- 
schätzt wird. Eins seiner besten Bilder war der heil. Benedict 
in der Karthause zu Pavia, jetzt sehr von der Zeit beschädigt. 
Noch ein anderes vollendete nach seinem Tode eine Tochter 
von ihm, welche auch eigens Erfundenes malte.  
Gio. Mauro Rovere, welcher von Camill0's zu 
Giulio Cesare's Manier üherging, war einer der ersten 
Anhänger der Proeaccini und könnte der Zeit nach füglich 
ihnen beigesellt werden, wenn ihm seine übermässige Schnel- 
ligkeit nicht eine niedrigere Stelle anwiese. Er glühte von 
Feuer, welches überlegt angewendet den Gemälden Seele giebt, 
inisbraucht aber ihre Ebenmässigkeit stört. Selten, doch 
manchmal, mässigte er es, wie in dem fleissigen Abendmahl 
U. H. zu S. Angele. Ein Giambatista und noch ein Bru- 
der, den ich Marco genannt finde, arbeiteten mit ihm für 
Kirchen und Privathäuser, uncorrect, aber geistreich. Fast 
in allen Winkeln der Stadt giebt es von ihnen nicht nur 
Wand  , sondern auch Oelbilder, Geschichten, Schlachten, 
IAnsichten, Landschaften. Ich linde sie auch Rossetti zube- 
nannt, und bekannter sind sie unter dem Namen Fiammin- 
ghini, den sie von Richard ihrem Vater führten, welcher 
aus Flandern kam und sich in Mailand ansiedelte.
        

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