Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295381
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Oberitulien. 
hlzniländische 
Schule. 
seinen Oheirncn als Malermeister nachtrat, schnell, gleich ihnen, 
aber nicht eben so gründlich. Er malte viel und wird in den 
mailändischen Sammlungen, wenn nicht, wie viele Andere, ge- 
sucht, doch auch nicht ausgeschlossen. 
Zwei seiner Schüler machten ihm besonders Ehre: Carlo 
Vixnercati, welcher jedoch sein Bestes einem anhaltenden 
Studium der Werke Daniel's in der Karthause verdankt, 
wohiner lange täglich von Mailand sich begab; und Antonio 
Busca, der sich ebenfalls nach den besten Mustern in Mai- 
land und Rom bildete. Vimercati hat in Mailand nur we- 
nig Oeffentliehes gemalt, mehr in Codogno und in seiner bes- 
sern Manier, aber auch in einer andern weit schlechtem. 
Busca arbeitete in Gesellschaft des Meisters und in S. Marco 
sogar mitwerbend. Dort sieht man einigen geschichtlichen 
Bildern Procaccinim gegenüber seinen Gekreuzigten in sehr 
frommer Gebürde mit U. L. 13., einer Magdalena und einem 
Johannes, welche weinen {und den Beschauer fast mit zum 
Weinen zwingen. Hätte er nur immer so gearbeitet! Aber 
seine Fussgicht, welche ihn um den Gebrauch seiner liüsse 
brachte, machte ihn unmuthig und seinen Styl gemein und 
rein" handwerksmüssig. In diesem Zustande mochte er sich 
wol befinden, als er in der Karthause zu Pavia zwei heilige 
Geschichten in der Capelle S. Siro, eine der andern gegen- 
über, malte; in der einen wiederholte er träge die Gesichter 
der andern: so widerspricht sich zuweilen ein Künstler! Die- 
selbe Klage, nur aus anderem Grunde, kann man über Chri- 
stoph Storevs Styl führen. Auch er, ein Kostnitzer, 
Schüler des Ercole, lieferte anfangs Arbeiten in gediegenen: 
Geschmack, wie einen hcil. Martin, den ich bei Bianconi 
sah und den dieser einsichtige Besitzer sehr schätzte; später 
aber ward er manierirt und mied rohe und gemeine Darstellungen 
nicht sonderlich.  Uebrigens ist er ein munterer Maler und 
einer der wenigen damaliger Zeit, welchenU das Lob eines 
wackerh Coloristen gebührt. Von Gio. Ens aus Mailand 
weiss ich nicht, ob er aus eben dieser Schule hervßrging, 
noch in welchen Jahren er lebte; wol aber, dass er ein min- 
der vollendcter Maler war, und seine Zartheit an das Matte 
streifte, wie zu S. Marco in Mailand. Lodovico Antonio 
David aus Lugano, Ercolees, Cairo's und Cignanißs
        

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