Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295361
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Oberitalien. 
Nlailändische 
Schule. 
Gio. Batista Tarillio, fon welchem in der aufgehobenen 
Martinskirche in Compito ein Gemälde von 1575 war. Von 
einem andern Iilailändyer, Namens Banuzio Prata, sind ei- 
nige in Pavia; gesehen habe ich sie nicht, finde sie aber von 
Andern gelobt. Er blühte um 1635. Das Novarergebiet hatte 
damals zwei Brüder, die geschmackvoll colorirten, Antonio 
und Gio. Melchiore Tanzi. Der Erste war auch ein tüch- 
tiger Zeichner, wettciferte in Mailand mit den Carloni, 
zeichnete sich in Varallo aus und stellte in S. Gautlenzig 
zu Novara die Schlacht Sennacheribm dar, ein leben- und ein- 
sichtsvolles Gemälde. Von ihm haben die Wiener, veneeliger 
und neapler Gallerie geschichtliche und perspectivische Werke. 
Von seinem Bruder ist nichts Besonderes übrig 5). 
Vierter 
Zeitraum. 
Nach 
Daniel Crespi verfällt die Kunst. Es wird, 
zueheben, eine dritte Akademie gestiftet. 
sie 
Wir stehen beim letzten Zeitraume, den wir mit Recht den 
des Verfalls nennen. Ich erinnere mich, von einem Kenner ge- 
hört zu haben, dass man Daniel Crespi den letzten Mai- 
länder nennen kann, wie Cato der letzte Römer hiess. Dies 
ist ganz wahr, wenn man es von ungemeinen, bevorrechteten 
Geistern versteht; falsch aber, wenn aus dieser ganzen Zeit: 
jeder gute Pinsel ausgeschlossen werden sollte, womit den Nu- 
voloni, dem Cairo und einigen Andern, die weiter an im: 
sere Zeit herauf lebten, Unrecht gethan würden Wie aber 
Cassiodorus und einige andere Gelehrte den Flecken der 
Barbarei nicht von ihrem Zeitalter wegtilgen können, so auch 
die vorgenannten "Maler nicht den Flecken des Verfalls von dem 
ihrigen. Die Mehrzahl macht den Zeitgeschmack, und wer 
Mailand und dessen Gebiet besuchte, kann bemerkt haben, dass, 
als die Schule der Pro eaccini vorherrschend ward, die Zeich- 
5) Streicht man eine so nusgeartete Zeit so heraus, wie L. in 
diesem Capitel, vernichtet man damit nicht das einer frühem er- 
lheilte Lob? Kann man mit gleicher Ueberzeugung einen Leonarüo, 
und einen Gaudenzio, ja gar Crespi preisenlü Q.
        

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