Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295302
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Oberitgxlien. 
Nluilündische 
Schule. 
stochcn; noch besser nachgemachte sind im Palast Sanvitali 
zu Parma, Careghi zu Genua und anderwärts. Unter seinen 
vielen Altarbildern ist das am meisten Coreggische zu S. Afra 
in Brescia. Es stellt U. L. F. mit dem Kinde und einige En- 
gel und Heilige dar, die es liebkosen und anlächeln. Hier hat 
er wol die Gränzen des Schicklichen auf Kosten der Anmuth 
überschritten, wie in der Verkündigung zu S. Antonio in Mai- 
land, wo die heil. Jungfrau und der Engel zusammen lachen, 
was doch einem solchen Zeitpunete und solchem Geheimnis 
nicht angemessen ist. Auch in den Bewegungen [ist er etliche- 
mal in das Ucbertriebene gefallen,' wie im Martyrthum des 
heil. Nazarius in seiner Kirche; einem Bilde, welches durch 
seine Gesamtheit, Einhiilligkeit und Anmuth bezaubert, wo 
aber der Henker in allzu gezwungener Bewegung ist. Giulio 
Cesare hat viele reiche geschichtliche Bilder hinterlassen, wie 
den Durchgang durch das rothe Meer zu S. Vittore, in Mai- 
land , und noch mehr in Genua, wo Soprani sie angezeigt 
hat, und in dieser erstaunlichen Menge ist er doch genau in 
der Zeichnung, reich an Erfindung, fleissig im Nackten und, 
in Bekleidung, und überall hat er eine Grossheit, die er, wenn 
ich nicht irre, den Caraeei verdankt. In der Saeristei der 
S. M. von Sarono sind die Heil. Andreas, Carlo und Ambrogio, 
welche ganz das Erhabene jener Schule haben, wiewol man 
nicht sagen darf, dass er es, gleich den Caraeei, aus den 
prachtvollern Urbildern zu Parma geschöpft. 
Diesen Beiden füge ich Carlantonio Procaccini, 
mieht als Figurenmaler, sondern guten Landschafter und ange- 
sehenen Blumen- und Früchtemaler bei. Deren malte er sehr 
viel für die mailündischen Gallerien, und sie gefielen dem da- 
mals spanischen Hofe so sehr, dass er viele Aufträge für Spa- 
nien bekam und er, der Schwächste in der Familie, auf diese 
Weise der Bekannteste wurde. 
Die Procaccini hielten eine Schule in Mailand und 
standen im Rufe liebenswürdiger und fleissiger Meister, so dass 
sie dieser Stadt und dem ganzen Gebiete soviel Maler erzogen, 
dass alle aufzuzühlen ebenso unmöglich, als unnütz seyn würde. 
Wie unter den Car a c cisten, gab es auch unter ihnen zuweilen 
einen, der einen neuen Styl hatte; doch hafteten die meisten 
an der Manier ihrer Meister, manche genau, manche sie durch
        

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