Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295285
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Oberitalien. 
Nlailändische 
Schule. 
scheu 
Jugend a 
VOR 
welchen 
nach 
der Reihe 
gesprochen 
werden 
muss. 
Camillo ist der einzige unter seinen drei Brüdern, den 
Lomazzo kannte und als einen in Zeichnung und Colorit 
berühmten Maler schildert. Seinen ersten Unterricht erhielt er 
vom Vater und giebt dies oft in den Köpfen und der Verthei- 
lung der Tinten kund, wiewol er, wo er fleissiger arbeitete, 
sie mehr belebte und besser brach, auch die Schillerfarben 
kunstreicher anwendete. Er besuchte andere Schulen, und dür- 
fen wir einigen seiner Lebensbeschreiber glauben, so übte er 
sich inRom nach Michelangelo und Raffael; und mehr 
als andere studirte er der Köpfe wegen den Parmigianino, 
von dessen Nachahmung in allen seinen Werken Spuren zum 
Vorschein kommen. Er hatte eine wundersame Leichtigkeit 
der Auffassung und des Pinscls, eine Natürlichkeit, Lieblich- 
keit und geistreiche Munterkeit, welche das Auge gewinnen, 
wenn sie auch den Verstand nicht immer befriedigen. Dies 
ist aber kein Wunder, da er gleich frühiden Zügel der Väter- 
lichen Erziehung abwarf und in Bologna, Ravenna, Rcggio, 
Piacenza, Pavia, Genua für zehn Maler gearbeitet hatte, von 
Vielen der lornbardischc Vasari und Zuccaro zubcnannt, 
wiewol er sie, die Wahrheit zu sagen, in Süssigkeit des Styls 
und Colorits übertrifft. Vorzüglich malte er in Mailand, und 
dort sind viele seiner bessern Gemälde sowol, womit er sich 
einen Namen gemacht, als seiner schlechtern, womit er Denen, 
die seinen Ruf berücksichtigten, genügte. Dort sind von sei- 
nen ersten und manierfreiesten Werken die Thüren der Qrgel 
in der Mutterkirehe, nämlich mehrere Mysterien U. H. und 
zwei Geschichten David's, der die Harfe spielt, welche Mal- 
vasia umständlich beschrieben hat. Doch hat er in Mailand 
nichts 0 Erwähnenswerthcs geliefert, als das Gericht in S 
'Procol zu Reggic, welches für eins der schönsten Wandge- 
mälde der Lombardei Igilt, und den heil. Rochus unter den 
Pestkrankcn, welches Annibal Caracci in Verlegenheit 
setzte, als er das Seitenbild dazu malen sollte (Malv. S. 466.). 
Gut und in Camillo's Art sind auch die Gemälde im Dom 
"zu Piacenza, wo der Herzog von Parma ihn mit dem schon 
vorgerückten L odoyico Caracci wetteifern liess. Ca- 
millo stellte dort U. L. F. von Gott zur Königin des Welt-
        

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