Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295264
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Oberitalien. 
Mailändische Schule. 
wähnte Bild des Andrea Solari, welches durch dessen Tod 
unterbrochen, viele Jahre nachher so ganz in seinem Style 
vollendet ward, dass alles von Einer Hand schien. Da er al- 
lein nicht allen Bestellungen genügen konnte, so liess er seine 
Cartons von einigen Gehülfen malen, welche gleich ihm ge- 
nau, bestimmt und lobenswerth, wie L omazzo sagt, arbeite- 
ten. Einer davon war Giuseppc Meda, Baumeister und Ma- 
ler, der an einer Orgel der Mutterkirche David vor der Bun- 
deslade spielend darstellte. Diese Arbeitlführt Orlandi un- 
ter dem Namen Carlo Meda an, welcher vielleicht aus dem- 
selben Geschleehte und im Aböecedario jünger als jener ist. 
Man sieht wenig andere Gemälde von ihm, wie Seannelli 
bemerkt. Der andere war Daniello Cunio, ein Mailän- 
der, der als vielverdienter Landschafter starb; vielleicht ein 
Bruder oder Blutsverwandter jenes Ridolfo Cunio, den man 
in vielen mailändischcn Gallerien antrilft und besonders .seiner 
Zeichnung wegen schätzt. Der dritte war Carlo Ürbini 
aus Crema, einer der minder berühmten, aber würdigsten Künst- 
ler seiner Zeit, von welchem anderwärts gesprochen wurde. 
Lamo sagt, Bernardino habe unendlich viele Schüler und 
Gehülfen gehabt und nach seinen Berichten können wir hier 
noch Andrea da Viadana, Guiliano oder Giulio de' 
Capitani aus Lodi, Andrea Marliano aus Pavia bei- 
bringen. Vielleicht gehört auch Andrea Pellini zu ihm, 
der in seiner Vaterstadt Cremona unbekannt, in Mailand durch 
eine Kreuzabnahme in S. Eustorgio vom Jahre 1595 be- 
kannt ist.  
Später erschienen in Mailand die beiden Genueser Se- 
mini; auch sie malten dort viel, beide mehr im römischen, 
als in einem andern Style. Ottavio, der ältere, lehrte Paol 
Caniillo Landriani, genannt il Duohino, der in Lo- 
mazztfs Tempio als ein hoffnungsvoller Jüngling, und nicht 
mit Unrecht, gelobt wird. Er malte nachher viele Altatbilder, 
darunter eine Geburt U. H. in S. Ambrogio, wo er mit seines 
Meisters Zeichnung und Anmuth vielleicht mehr Weichheit ver- 
bindet. Die bisher genannten Künstler erlebten den Zeitpunct 
des Verfalls nicht, oder doch kaum; daher ihr Lob hier nicht 
unstatthaft war.   
Die aber, Welche in Mailand am meisten arbeiteten und
        

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