Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295258
III. Zeitr. 
Die 
Andere. 
Procaccini und 
431 
heit zu sagen, die neue Schule die alte nicht erreicht, obwol 
es, wie wir sehen werden, nicht an wackem Männern fehlte. 
Indess ist der Faden der Geschichte wieder aufzunehmen und zu 
zeigen, wie, nachdem die Mailänder an Zahl abnahmen und der 
Bedarf von Malern für Kirchen und andere öffentliche Gebäude, 
die sich jetzt mehrten, fühlbar wurde, andere Style von frem- 
den Malern, wie die Campi, Semini, Procaccini, Nuvo- 
lini, nach Mailand gebracht, andere in auswärtigen Gegenden 
von mailiindischen Bürgern, besonders Cerano und. Moraz- 
zone, gesucht Wurden. Diese waren die Erzieher fast der 
ganzen mailändischen Jugend und des ganzen Gebiets. Sie 
fingen 1570 an zu arbeiten, fuhren bis in das sicbzehnto 
Jahrh. hinein fort, und überflügelten die alte Schule nicht! so- 
wol durch gediegene Grundsätze, als durch angenehme Farben, 
und brachten sie nach und nach in Vergessenheit. Und nicht 
blos neue Style lehrten sie, sondern auch zugleich Schnellig- 
keit und Verkiinstelung, wesshalb denn die Schule endlich ver_ 
iiel und den Grundsatz anzunehmen schien, die Theorie der 
Alten zu loben, aber der Schnelligkeit der Neuen zu folgen. 
Lenken wir wieder in unsere Bahn! 
Ich habe etwas früher von den Tizianisten gesprochen, 
und Callisto da Lodi, Gio. da Monte bereits in anderer 
Hinsicht erwähnt, muss also hier des bSimone Peterzano, 
oder Preterazzano gedenken, der sich unter der Pieta zu 
S. Fedele Titiani discipulus unterzeichnet. Man glaubt ihm 
dies auch gern; so sehr ahmt er ihm nach. Er malte auch 
manches auf Kalk, namentlich zu S. Barnaba einige Erlebnisse 
Pauli. Dort scheint er nun mailändischen Ausdruck, Verkür- 
zung und Perspective auf venetisches Colorit Pfropfen gewollt 
zu haben. Die Arbeiten sind gross, wären sie nur durchaus 
richtig und seine Wandmalerei so gut, als seine Oelgemäldel  
Auch aus Venedig, ja aus seinem Rathe, zog Cesare Dan- 
dolo nach Mailand, wo seine Bilder in mehrern Palästen we- 
gen ihrer Kunst geaclrtet und wegen seines Standes bewundert 
werden.  
Die Campi strebten vor allen sich in Mailand festzu- 
setzen und arbeiteten viel daselhst, "mehr als alle aber Ber- 
nardino. Er malte auch in den umliegenden Städten undi 
vollendete damals in der Karthause zu Pavia das bereits er-
        

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