Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295195
II. Zeitr. 
Vinci stiftet eine Zeichnenschule in Mail. 
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Letzten besonders hat er in seinen Zeichnungen, die darum 
auch sehr gesucht werden, höchst glücklich nachgeahmt; übri- 
gens ist er ausser Mailand wenig in Bildersamnxlungen und in 
der Geschichte bekannt. Mit ihm ist Girolamo Figino, 
sein Zeitgenosse, nicht zu verwechseln, der, nach Morigia, 
ein wackerer Maler und genauer Miniaturist war. Noch findet 
man unter Lomazzws Schülern einen Pietro Martire 
Stresi angeführt, der sich durch Copien nach Raffael aus- 
zeichnete. 
Der zweite oben genannte Ast der Gaudenzisten be- 
ginnt mit dem Verceller Bernardino Lanini, welcher 
von Gau denzio unterrichtet in früher Zeit zu Vercelli 
ausgezeichnete Werke im Style des Meisters lieferte. In 
S. Giuliano ist eine Pietät von ihm mit Angabedes Jahres 
1547, die man für Gaudenziots Arbeit halten würde, wenn 
nicht Bernardinoes Name darauf stünde. Dasselbe gilt von 
andern seiner Jugcndwerke in seinem Geburtsort; nur die min- 
der genaue Zeichnung und Kraft des _Helldunkels unterscheidet 
sie. Erwachsener malte er auch freier, fast wie ein Natura- 
list und stand in Mailand unter den Ersten, ein inrAnschauen 
und Ausführen höchst lebhafter Geist, gleich Ferrari für grosse 
geschichliche Darstellungen geboren. Seine Katharina in ihrer 
Kirche bei S. Celso ist auch durch Das, was Lomazzo dar- 
über sagt, sehr berühmt, voll malerischen Feuers in Gesichtern 
und Bewegungen, auf Tizianwche Weise colorirt, 701.. 
ler Lieblichkeit im Gesicht der Heiligen, die etwas von Gni- 
do hat, wie in der Engelglorie, die denen des Gaudenzio 
gleicht; nur in den Gewanden möchte man mehr Fleiss wün- 
schen. Er arbeitete viel in der Stadt und dem Gebiete, be- 
sonders in Novara, wo er im Dom jene Sibyllen und den ewi- 
gen Vater malte, den L omazzo so bewunderte; und daselbst 
einige Scenen aus dem Leben U. L. F., die jetzt in der Farbe 
gelitten haben und doch durch geistreiche anschauliche Zeich- 
nung bezaubern. Zuweilen ergetzte es auch diesen grossen 
Geist, Vincißs Bahnen zu betreten, wie denn sein leidender 
Christus unter zwei Engeln in S. Ambrogio so durchaus wohl 
kriifligkeit und llleidung 
der, Kunst lßäßhte. 
des 
Fremden 
zum Haupt- und Rflachtgrund 
W.
        

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