Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295180
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Oberilalien. 
Mailändische 
Schule. 
neues Mahl von Fastenspeisen, wo in gesonderten Plätzen die 
Fürsten (seiner Zeit) und die Herrn von Stande an einer rei- 
chen mit Fischen besetzten Tafel sitzen; das arme Volk isst, 
was es hat, und darunter ist ein Fressgieriger, der an einem 
Bissen würgt, der ihm in die Quere gekommen. U. II. segnet 
das Mahl ein, und in der Höhe erblickt man das dem Petrus 
im Gesichte gezeigte Tuch. hVer dies grosse Bild sieht, wird 
von den Einzelheiten überrascht, die höchst wahr und so zart 
ausgeführt sind, wie Lomazzo in den Arbeiten zu Mailand 
es, nach Girupeno, nicht gelungen war; aber das Ganze ist 
nicht glücklich, weil der Grund zu voll und ein Gemisch von 
Heiligen: und Liichcrlichem, von Schrift und Schenke darin 
ist, die sich nicht gut vertragen. 
Lomazzo nennt als seine Schüler zwei Mailänder, Cri- 
stoforo Ciocca und Ambrogio Figino; er muss sie 
nur kurze Zeit unterrichtet haben, denn als er schon blind 
sein Werk herausgab, waren sie noch sehr jung. Er lobt sie 
unter den Bildnismalern und der Erste scheint nie sehr fertig 
componirt zu haben; denn bekannt ist wol nicht viel von ihm, 
ausser den mittelmässigen Bildern des S. Cristoforo in S. Vit- 
tore al Corpo. Figino war tüchtig , nicht nur in Bildnissen, 
deren er auch für Fürsten malte und wofür ihn Ritter M arino 
lobte, sondern auch in Compositionen, fast immer in Oel, 
wo er sich durch Vollendung der Figuren,' nicht durch ihre 
Menge, auszuzeichnen bedacht war. Einige seiner Bilder, wie 
der heil. Ambrosius in S. Eustorgio, oder der heil. Matthäus 
in "S. Ralihello, befriedigen ohne viel Figuren durch den 
grossartigen Charakter der Heiligen; und kein anderer Mailän- 
der hat sich in dieser Kunst mehr dem Gaudenzio genähert, 
der in S. Girolamo und S. Paolo davon so edle Muster hinter- 
liess. Auch in grössern Bildern ist er wacker, wie der Him- 
melfahrt Mariens in S.Fedele und der anmuthigen Empfängnis in 
S. Antonio. Sein Verfahren hat Lomazzo im Trattato p. 438. 
beschrieben. Er hatte sich Leonardws Wissenschaft und 
Genauigkeit, RaffaePs hlajestäit, Coreggifs Colorit und 
Michelangelois Umrisse zum Ziele gesetzty). Diesen 
31) Wenn dem 
wenig gefruchtet, 
so war, o hatten freilich Lomazzo"; Lehren 
der, wie Lanzi kurz vorher benqerkte, Ureigen-
        

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