Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295144
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Oberitalien. 
Mailändisclae 
Schule. 
Gebäude sind nach den Regeln einer trefllichen Perspective 
ausgeführt. Doch von seiner bewundernswürdigen Kunst in 
Malerei und Plastik hat Lomazzo so viel gesagt, dass es 
nicht mehr bedarf. Nur mit Bedauern füge ich hinzu „ dass 
dieser grosse Mann dem Vasari entweder nicht Sehr bekannt, 
oder nicht sehr lieb war; daher die Ueberälpler, die alles Ver- 
dienst nach der Geschichte messen, ihn nicht gehörig kennen 
und in ihren Schriften beinahe mit Schweigen übergangen 
haben 27). 
FerrarPs Nachfolger haben seine Kunstweise lange 
beibehalten, die ersten treuer, als die zweiten, und diese mehr 
als die dritten. Die meisten haben nicht sowol die Anmuth 
seiner Zeichnung und Färbung, als vielmehr Ausdruck und 
Leichtigkeit angestrebt, so dass sie zuweilen in die verwandten 
Fehler, Uebertreibung und Nachlässigkeit, verfallen. Minder 
berühmte Schüler des Gaudenzio waren Antonio La- 
netti aus Bugnato, von welchem ich keine ihm ausgemacht 
zuzuschreibende Arbeit kenne; Fermo Stella aus Caravag- 
gio, und Giulio Cesare Luini der Walliser, die in eini- 
gen Capellen von Varallo noch jetzt bekannt sind. Lomazzo 
giebt im 37. Kap. seines Trattato als Nachahmer des Gau- 
denzio , ausser dem bald zu nennenden Lanino, noch 
Bcrnardo Ferrari aus Vigevano an, Wo er zwei Orgel- 
läden in der Hauptkirche gemalt hat; und Andrea Solarizs), 
oder Andrea del Gobbo, auch Andrea Milanese, wie 
Vasari ihn am Ende der Lebensbeschreibung des Coreggio 
27) Ob die Ueberälpler so ganz nur nach Hörensagen, oder 1,108 
auf Tradition und Namen hin, nicht nach Bnsßllßuendel- Kenntnis 
und lebendigem Begriff urlheilen, wie der gute L anzi meint, möchte 
doch auch in nächster Beziehung auf Gaud. Ferrari etwas he- 
zweifelt werden können, wenn man Freybergü Blicke auf Künst- 
ler und Kunstwerke der besten Zeit, Kuustbl. 1825 S. 98 f., gelesen 
hat, wo Ferrari in seinem Bezug zur römischen Schule auf eine 
ganz andere Weise gewürdigt ist. 11V, 
28) Solari verdient das Lob, welches Lz. an Gaudenzio ver- 
schwendet hat. Man hat nach ihm, oder von ihm selbst, ein liehe- 
Volles Bild geslüclien, wo eine Mutter sich über ihr Kind holdlächelnd 
herüberneigt und der Kleine vor Lust zappelt. Das Bildchen ist in 
der Pariser Gallerie. In einer kleinen Kirche am Hlege von Parma 
nach und unweit Lodi sah ich dasselbe Bildchen, welches mir noch 
zärter schien, als das Pariser. Schade dass ich den Namen des Orts 
mir nicht aufzeichnete! -  Q,
        

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