Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295074
ll. Zeitr. 
Vinci stiftet eine Zeichnenschulxe in Mail. 
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Luini konnte also eine Stelle unter Vinci's Schülern 
einnehmen, und nahm sie gewiss in seiner Akademie ein. Es 
giebt Andere in jener Schule, die es ihm in Feinheit des Pin- 
sels, oder in Anmuth des Helldunkels zuvorthaten; worin Lo- 
mazzo den Cesare da Sesto lobt und sagt, Luini habe 
die Schatten viel gröber gemalt. Bei dem allem stand im Gan- 
zen genommen Keiner Vinci näher, als Bern ar dino; denn 
er zeichnete, malte und componirte sehr oft so übereinstim- 
mend mit seinem Schulenhaupte, dass ausser Mailand viele 
seiner Gemälde für Vinci gelten I9). S0 urtheilen wahre 
Kenner, und mit ihnen der Vf. der Nuqva guida, der gewiss 
zu ihnen gehört. Zu diesem Ende führt er zwei Bilder der 
Ambrosiana an, die Magdalena und den heil. Johannes, wel- 
cher sein Lämmchen liebkoset; Fremde können sich kaum über- 
zeugen, dass sie nicht von Lionardo seien. Andere gleich 
oder beinahe so verdienstliche Gemälde von ihm habe ich in 
mehrern bereits genannten Gallerien hlailands gesehen. 
Ich muss aber noch hinzufügen, was ich oben schon bei 
Cesar da Sesto bemerkte, dass er doch in seinen Arbeiten 
viel Aehnliehkeit mit dem RaffaePschen Style hat, wie in 
einer Madonna bei Sr. H. dem Fürsten Khevenhüller, und in 
einer andern, die, wie ich weiss, für RaffaePs Werk gekauft 
ward. Daher haben Einige vermuthet, er sei in Rom gewe- 
sen, was Bianconi mit Recht bezweifelt (S. 391.), ja eher 
zu verneinen geneigt ist. Auch ich mag es nicht ohne that- 
sächliche Beweise bejahen; denn der Beweis aus der ähnlichen 
Manier scheint mir sehr schwach. Ich habe diesen Gegenstand 
im dritten Kapitel bei Coreggio behandelt, und wenn es 
mir wahrscheinlicher war , dass dieser göttliche Geist seinen 
Styl so erweiterte und veranmuthigte, ohne [in Rom Michel- 
angeln, noch Raffael gesehen zu haben, so zweifle ich 
auch nicht, dass es Luini eben so ergangen, Die Natur ist 
einstimmung, dass in den YVerken RaffaePs und Bernardino": 
eine in seligem Frieden schwebende grosse Seele, die selbst das 
edle Gleichlnaas in den bewegtesten Momenten nicht verliert, sich 
ausspricht, liegt ganz allein die Aehnliclnkeit, welche nun, zwjgchen 
Beiden ündet, obwol in übrigen grosse Verschiedenheit stattfindet 
und Raffael universeller ist. Q. 
19) IInter Luinws Bilder, die für VincPs Werke galten, ge- 
hört die Heroclias der florenzer Gallerie.  Q.
        

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