Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295017
Die Saronokirche zwischen Pavia und Mailand hat an vier 
sehr engen Pfeilern vier Heilige, die beiden genannten Reiter 
und die beiden, welche gegen die Pest angerufen werden, Se- 
bastian und Rochus. Dabei steht Caesur llIagnus f. 1533. 
Sie sind ihrer Stellung gemäss schön verkürzt, und besonders 
der heil. Rochus ist wie der bereits genannte componirt. Die 
Gesichter runden sich und sind, Georg ausgenommen, nicht 
sonderlich schön. Diese Gemälde werden gewöhnlich dem Ma- 
ler zugeschrieben, von welchem wir in diesem Abschnitte han- 
deln, und ausvder Unterschrift schliessen Einige, er gehöre zu 
den Magni. Andere dagegen bezweifeln es, weil diese Wand- 
bilder doch seinem grossen Namen nicht entsprechen, und in, 
einer mir ivon Bianconi mitgetheilten Handschrift als Cesa- 
re's da Sesto Todesjahr 1524 angegeben wird, wiewol auf 
eine nicht ganz unbezweifelbare Weise. Mich aber bestimmt 
zum WViderspruch die an diesem Maler bemerkte Verschieden- 
heit der Style, die ldeenühnlichkeit in Wandbildern und dem 
Altar-bilde, endlich das Schweigen Lomazzois, der doch 
sonst die besten Lombarden genau nennt und unter den Ma- 
lern keinen andern Cesare als den da Sesto angiebt.  
Von diesem trefilichen Figurenmaler will ich, den Land- 
schafter Bern azzano nicht trennen, der ihm so eng be- 
freundet, auch in seinem Streben, war.  Ich weiss nicht, ob 
Vinci ihm Unterricht gegeben; seine Muster hat er wenigstens 
benützt und in Landschaften, Früchten, Blumen und Vögeln Wun- 
der geleistet, wie Griechenland sie an läpelles und Zeuxis 
rühmte, und die italischen Maler sie oft, obwol mit mindcrm 
Beifall, erneut haben. Als er in einem Hofe einen Erdbeer- 
strauch gemalt hatte, pickten die getäuschten Pfauen solange 
an der Mauer, bis er zerstört war. In einer Taufe Christi 
von Cesare malte er die Landschaft und auf dem Boden 
einige fressende Vögel; als das Bild an die Sonne gestellt 
wurde, flögen die wahren Vögel wie zu ihren Genossen herbei. 
Er, der seine Schwäche in Figuren gar wohl kannte, verband 
sich mit Cesare, der zu seinen Landschaften Fabeln und Ge- 
schichten malte, zuweilen mit einer Ausgelassenheit, die L0- 
mazzo verdammt. Dergleichen Bilder sind sehr kostbar, 
wenn der Figurenmalcr seinen ganzen Fleiss darauf verwendet 
hat.
        

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