Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291292
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
ist, diese Zuhörer des heil. Marcus sind, ohne sich eines Ana- 
chronismus zu befürchten, auf venediger, oder türkische Weise 
gekleidet. Weil aber Alles nach der Wahrheit gemalt, gut ver- 
theilt und belebt ist, so fesselt das Werk und gefällt. Noch 
mehr, er hat manche kleine Bilder mit soviel Liebe ausgeführt, 
dass sein Bruder selbst sich ihrer nicht schämen dürfte. So 
z. B. eine Darstellung des Jesuskindes im Tempel im Palast 
Barbarigo zu S. Polo, halbe Figuren, wiederholt im Palast Gri- 
mani, noch flcissiger und feiner. Hier hat Gentilem Bild 
ein schönes Gemälde von Gian Bellini sich gegenüber, und 
Wie weit er auch riicksichtlich der WVeiehheit diesem naehsteht, 
anSchönheit und anderweitigem malerischen Verdienst wird er 
ihm vorgezogen.  
Nebenbuhler der beiden Bellini und des letzten Viva- 
rino war Vittnore Carpaccio aus Venedig, oder Capo d' 
lstria 30), gleich ihnen, auch im herzoglichen Palaste arbei- 
tend, mit dessen Brande im Jahr 1576 jene ausgezeichnete 
Sammlung alter historischer Bilder unterging, welche nachher 
von bessern Künstlern ersetzt wurden. Doch ist von Vitto- 
re's Styl im Spraclizimmer der H. Ursula eine so schöne Probe 
übrig, dass man ihn für einen so umfassenden Geist, wie irgend 
einen seiner Zeit, achten muss. Es sind acht Bilder aus dem 
Leben dieser Heiligen und ihrer elftausend Geführtinnen, wel- 
ches man damals gewöhnlich für ächl: hielt. Diesen Bildern 
fehlt es nicht an neuer und phantasievoller Erfindung, guter 
L 
39) Von diesem Glauben lasen sich die von Istria nicht abbrin- 
Eell, trotz seinen Unterschriften, auch auf den Bildern in Istria. 
Auf dem oben erwähnten steht Victor C74 (zrpzztius venelus pinxil. 
151.6; auf einem andern in S. Francesco zu Piruno Victoris 
Charpzztii veneti opus 1519. Venediger wollte auch ein Bene- 
d_etto Carpaccio seyn, vielleicht ein Sohn, oder Enkel des Vo- 
"gell, von welchem auch in der Rotonda zu Capo dalstria eine Krö- 
nung U. L. F. ist mit der Aufschrift Benetto Curpatlaio venela 
P1789771! 1537, und bei den Observanten das Bild des Namens Jesu 
mit denselben Worten, aber dem Jahr 1541. Die Geschichte von 
Venedig kennt diesen nicht, wiewol er es gar sehr verdiente; denn 
"bgleißh er in den Extremitäten der Figuren immer noch Spuren der 
alten Trockenheit hat, so steht er doch Wenigen an Geschmack der 
Tmte": klarer Anschaulichkeit der Gesichter und wirksamen: Hell- 
dunkel nach. Ich weiss nicht, ob er ausserhalb der Hauptstadt ge- 
gebt und darum für einen lstrier gehalten worden; die Familie über 
l" gewiss aus Venedig und vielleicht stammt sie aus Murano. L-
        

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