Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294963
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Oberitalien. 
lßiailändische 
Schule. 
besiisse die Welt diesen Schatz 8). Wie er denn aberjimmcr 
Neues versuchte, hatte er auf einen mit Oel getränkten Grund 
gemalt, und darum blätterte sich allmälig die Malerei von der 
Wand ab, wie es auch beinahe seiner zu S. Oncfrio in Rom 
gemalten Madonna erging, obwol diese unter Glas verwahrt 
ist. Nachdem das Abendmahl funfzig Jahre gestanden und Ar- 
menini es sah, war es schon halb verdorben; und Scan- 
nelli, der es 1642 betrachtete, bezeugt, dass man kaum das 
Dargestelltenoch unterscheiden konnte. Jetzt hat man dies 
grosse Werk mittelst eines Firnisscs oder Geheimnisses Wieder 
auffrischen zu können gewiihnt, wie man bei Bottari lesen 
kann. Aber über dies Geheimnis und andere Schicksale dieses 
Abendmahls muss man auch Bianconißs Erzählung oder ver- 
rinisehe Reden S. 329. seiner Nuova guida lesen 9). Ich füge 
nur hinzu, dass von Vinci's Pinsel in dem ganzen Bilde 
nichts übrig ist, als die drei mehr gezeichneten, als gemalten 
Apostelküpfe. Mailand hat wenig Arbeiten von ihm. Die mei- 
sten, die für die seinigen ausgegeben werden, sind aus seiner 
Schule, zuweilen von ihm übermalt, wie das Bild des heiligen 
Ambrosius ad Nemus, welches grosse Schönheiten hat. Für 
sein giebt man auch im Palast Belgiojoso d'Este eine llladcnna 
mit dem Kinde aus und einige andere Bilder in Privathüusern. 
Allerdings hinterliess er dort wenig Werke, theils aus einer 
gewissen Sprödigkeit, theils weil er durch seine Vielseitigkeit 
und ihm vom Fürsten aufgetragene Wurf  Wasser- und aller- 
lei andere Getriebe, vielleicht auch Bautenw) zerstreut wurde. 
Hieher gehört vor allen das so berühmt gewordene Modell ei- 
nes Pferdes, das seiner Grösse wegen nie in Erz gegossen 
 
8) Giuseppe Bossi macht in seinem oft schon angeführten 
lTei-he Seite 72 dem A. Lz. ungeheure Lohspriiche, Welche durch 
die Nachsätze wie Hohn klingen und sagt, dass die; Bild durch die 
Feuchtigkeit untergehen musste, weil diese sowol der Lein- als Oei- 
farhe schadet. Q. 
9) Gegen dies unbesonnene Putzen der Bilder hat auch Baldas- 
sare 0 rsini in der Risposta p. 77. gesprochen, wo er auch ei- 
nes "Hackex-Psehen Briefs für die Firnissrfund eines andern mit 
Belegen dagegen gedenkt. Auch führt er einen nachträglichen Brief 
aus dem römischen Gioruale delle Belle arli vom 20. Dec, 1788 an. L. 
10) Viele Zeichnungen der Art finden sich unter den Handschr. der 
amhrosischen Bibliothek. S. Mariette in den Lett. püt. T0. II. 
p. l7I. und Amoretti Osservaziouii sopra i dzleegni di Lianardo. 
Mii. 1784. L.
        

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