Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294913
II. Zeitr. 
Vinci stiftet eine Zeichnenschule in Mail. 
397 
Zweiter 
Zeitraum. 
stiftet eine Zeichnenschule in Mailand. Seine und 
bessern Landsleute Zöglinge bis auf Gaudehzio. 
Vinci 
der 
In der florenzer Schule handelten wir kurz von Lionardo 
du Vinci's Erziehung, seinem Style, seinem Aufenthalt in 
mehrern Städten, wo auch Mailand und seine dort eröffnete 
Schule genannt wurde. Nach Vasari kam er 1494, in des 
Fürsten Lodovico il Moro erstem Regierungsjahre, dahin; oder 
war vielmehr wenn nicht beständig, doch Geschäfte halber seit 
1482 dort, wie man neuerdings vermuthet hat I], und verliess 
es, nachdem die Franzosen die Stadt eingenommen, also im 
Jahre 1499. Die Jahre, welche Lionardo in Mailand zu- 
brachte, waren vielleicht seine ruhigsten, gewiss aber für die 
Kunst förderlichsten, die er erlebte. Der Herzog hatte ihm 
die Leitung einer Zeichnenakadeixlie übertragen, die, wenn ich 
nicht irre, in Italien zuerst für Andere bessere Richtschnur 
ward. Sie ward auch nach Vinci's Abgang immerfort be- 
sucht und bildete treiiliche Künstler, welchen des ehmaligen 
Vorstehers Lehren, Schriften und Muster statt seiner dienten. 
Von seiner Lehrart haben wir nicht bestimmte Kunde; nur so- 
viel wissen wir, dass nach wissenschaftlichen, aus der PhiloÄ 
sophie abgeleiteten Grundsätzen, deren Vinci nach allen Sei- 
ten hin mächtig war, gelehrt wurde. Seine Abhandlung über 
die Malerei, welche, obwol unvollendet, doch wie ein zweiter 
Kanon Poliklefs angesehen wird, zeigt, wie Lionardo lehr- 
te z). Dasselbe zeigen seine vielen und verschiedenen Schrif- 
'ten, welche Melzi zum Erbe fielen und im Lauf der Zeit zer- 
streut mehrere Cabinets schmücken. Vierzehn Bände dem. 
Staate geschenkt befinden sich in der ambrosischen Bibliothek; 
viele sind geeignet, der Jugend die Schwierigkeiten der Kunst 
l) Am oretti Memarie storiche di Liomzrdo da Vinci. p. 20. L. 
2) Sie ist mit den Kupfern wieder 1792 zu Florenz gedruckt worden 
nach einef Handschrift S t efan 0 's d ella Bella in der Bibliothek 
Ric cardi 75 , dessen gelelirler Bibliothekar F0 n lani Sie nebst einer 
Lobrede Vi n c i 's herausgab, welche über lieben , Gemälde und, 
Zeichnungen desselben reichliche Kunde giebt. Auch eine Lobrede 
Stefano ls ist dabei und, eine Abhandl. L amPs über die ilßlischen 
Bildhauer und lilaler, die von 1000 bis 1300 blühten, L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.