Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294890
Erster Zeitraum. 
Die Alten bis auf Vinci. 
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aus S. Bernardinäs Leben malte. Er ist mannichfaltig, aus- 
drucksvoll, überlegsam in der Composition, einer der besten 
dasigen Maler des fünfzehnten Jahrh., vielleicht in einer an- 
dern Schule gebildet, da seine Zeichnung artiger und seine 
Färbung schlichter als die mailändische ist.  
Dies Verzeichnis kann mit andern Namen aus Morigiws 
Naäillü milanese vermehrt werden, wo Nicolao Piccinino, 
Girolamo Chiocca, Carlo Valli oder di Valle, Gio- 
vanni's Bruder, siimmtlich Mailänder, genannt sind; ferner 
Mojetta aus Caravaggio gebürtig, der um 1500 und noch 
etwas früher in Mailand blühte, wie die andern mit ihm Ge- 
nannten. Zu derselben Zeit wurde das Studium der Miniatur- 
malerei ganz besonders von den zwei Ferranti gefördert, 
Agosto, dem Sohne, und Decio, dem Vater, von welchen 
im Dom zu Vigevano drei Werke aufbewahrt werden, ein Mess- 
buch, ein Evangelien- und ein Epistelbuch, die mit nnsneh- 
mend fleissigen Miniaturen verziert sind. 
Damals hatte das mailändische Gebiet andere Künstler, 
deren Andenken in Büchern, oder manchem unterzeichneten 
Werke fortlebt. Das Mailündische war damals ausgedehnter 
als jetzt, nachdem ein grosser Theil an das Haus Savojen ab- 
getreten worden ist. Ich werde die Künstler dieses Theils in 
dieser Schule betrachten, zu welcher sie gehören, theils weil 
sie darin gebildet wurden, theils ihr neue Künstler zubildeten. 
Daher werden hier ausser den Pavesen, Comasken und den 
übrigen des heutigen Gebiets auch die Novarer, Verceller  
von welchen ich Kunde aus den Vorreden zum 10. und ll. 
Bande des von P. della Valle zu Siena herausgegebenen Va- 
sari entlehnen werde  und andere des alten Bereichs Platz 
finden. Pavia hatte einen Bartolommeo Bononi und von 
ihm ein Altarbild in S. Francesco mit der Jahrangabe 1507; 
einen Bernardin Colombano, der ein anderes 1515 für 
die Karmeliterkirche malte. Einen Unbekannten, der viebv0n 
dem bologner Style jener Zeit hat, habe ich in andern Kirchen 
bemerkt; es könnte wol der Gio. di Pavia seyn, den Mal- 
vasia in seinem Verzeichnis der Schüler Lorenzo C0stn,'g 
nennt. In denselben Jahren lebte ein Andrea Passeri von 
Como, wo er in der Hauptkirche eine Madonna unter mehrern 
Aposteln malte, deren Köpfe und ganze Behandlung sich zur
        

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